Nur knapp eine Woche vor dem großen Trauerspektakel in Dresden ist alles offen und nichts klar.
Antifaschismus lässt sich nicht einfach so verbieten
Die Repressionswelle im Januar gegen das breite Antifaschistische Bündnis, hatte ja zur Folge, dass sich immer mehr Menschen deutschlandweit solidarisch zeigten und es kaum noch Plätze in Bussen gibt, die zum gemeinsamen Protest gegen die Geschichtsrelativierung der Nazis fahren. Dresdens Oberster Staatsanwalt schlägt nun auch sanftere Töne an „Man werde von einer weiteren Strafverfolgung“ gegen das Bündnis Abstand nehmen. Ein Schuss der völlig nach hinten los ging. Man könnte fast denken alles ist gut. Doch so ist es leider nicht.
Die Stadt Dresden, besser gesagt die Ordnungsbehörde, CDU und FDP Regierung und nicht zu vergessen einige regionale Medien schüren weiter die Angst vor den „Linken Chaoten“, vor Ausschreitungen und Bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Weiterhin wird versucht jeglichem Antifaschistischen Protest Steine in den Weg zu legen.
Der Naziaufmarsch ist zurzeit verboten – Polizeilicher Notstand in Dresden
Nichts destotrotz wird den Neonazis eine stationäre Kundgebung zugestanden, einen genauen Kundgebungsplatz gibt es noch nicht. Ein weiteres Verwirrspiel aber nicht für die Neonazis. Denen ist es scheißegal wo sie in Dresden laufen oder stehen dürfen.
Aber auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen – das haben deutsche Gerichte.
Die Mobilisierung der Neonazis läuft auf Hochtouren, in Internetforen und rechten Diskussionsplattformen wird der Ruf laut trotz Verbot durch Dresden zu marschieren. Kein Wunder, gilt es doch die Schmach vom Oktober 2009 in Leipzig wett zumachen. Hier verhinderte vor einigen Monaten ein breiter Protest und ein daraus hervorgehender konsequenter Polizeieinsatz die Demo von Neonazis. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang, das aggressive Verhalten welches die Neonazis in Leipzig an den Tag legten.
Gesteigerte Rechtsextreme Aktivitäten im Vorfeld
So kam es vor wenigen Tagen in Salzwedel in Sachsen-Anhalt zu einem Überfall von Neonazis auf einen linken Verein. Hier sieht die Polizei Zusammenhänge mit der rechten Großdemonstration in Dresden, nächste Woche. Der Verein plante Aktionen gegen den Neonazigroßaufmarsch so die Polizei. Auch wenn hier der Zusammenhang zwischen der verbotenen Großdemonstration von Neonazis in Dresden und dem Gewaltpotenzial rechter Schläger deutlicher hervorgeht, so scheint auch der Brandanschlag auf das „Haus der Demokratie“ in Zossen Ende Januar nicht aus Langerweile verübt worden zu sein.