Stand der Dinge

Rock die Provinz, so oder so ähnlich könnte man den Aufruf der Antifaschistischen Arbeit Greiz, einer Gruppe aus Menschen, verstehen. Unter dem Motto“ Du bist nicht Schuld dass die Welt ist wie sie ist. Du bist nur Schuld wenn sie so bleibt – Für mehr Engagement in Greiz“, wollen die vitalen Aktivisten ihre Demo durchführen. Wenn man aus der Gegend kommt kann man das gut verstehen und für die anderen hole ich ein bisschen weiter aus.
Greiz ist ne nette kleine Stadt im Vogtland (Thüringer Teil) und auf den ersten Blick scheint hier die Welt noch in Ordnung zu sein, wenn es nicht auf der einen Seite den vor einem Jahr gegründeten NPD Kreisverband und auf der anderen Seite recht viele unfähige Politiker der demokratischen Parteien geben würde. Fehlende Arbeit und Perspektiven will ich lieber gar
nicht erwähnen.
Dieser so genannte Kreisverband besteht zum größten Teil aus recht gewaltbereiten Dumpfbacken, die sich aber gut darauf verstehen anderen Menschen Angst zumachen. Sie lassen keine Gelegenheit aus um anderen Bürgern des Vogtlandes ihre Meinung mit Gewalt oder zumindest mit Androhung jener zu erklären. So erst kürzlich geschehen auf einem Dorffest in der Nähe von Greiz, nach dem Motto: wir machen alles platt, das nicht in unser Weltbild passt, probierte man sich an den Besuchern aus…na ja sie haben diesmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Doch der Schrecken scheint kein Ende zu nehmen, so planen die „guten Deutschen“ für Anfang August ein „Heimatfest“ in Greiz unter dem Motto „Stimmen für die Freiheit“.
Schon im letzten Jahr hatte es eine ähnliche Veranstaltung gegeben, getarnt als Familienfest der NPD trafen sich ganz legal und vom Landratsamt gesponsert (stellte den Platz zur Verfügung) gewaltbereite Nazis aus dem Vogtländischen Dreiländereck (Sachsen, Thüringen, Bayern). Wie im letzten Jahr werden auch heuer wieder diverse Bands und Redner auftreten die keinen Bezug zu unserer Heimat dem Vogtland haben.

Die Politiker in Greiz und dem Landkreis haben die Warnung nicht verstanden, als vor einigen Jahren eine Handvoll Nazis das Greizer Asylbewerberheim anzünden wollten. In all der Zeit ist nichts passiert. Anstatt die wahren Schuldigen zu benennen wurden natürlich alternative und linke Jugendliche dafür verantwortlich gemacht, unter der Devise würde es euch nicht geben, gebe es die Nazis auch nicht, was für ein Trugschluss!
Die Antwort des Staates folgte, Repressionen gegen linke und alternative Menschen, Angstmache vor den „Punks“ in der lokalen Presse usw. Als Höhepunkt könnte man die Erstürmung des Grünen Hauses in Berga nennen. Hier ereignete sich am 20.04.2007(!) fast Unfassbares, während einem Konzert der Band Fliehende Stürme drangen weit über 100 Polizisten in das Gebäude ein und räumten den Veranstaltungsort mit übertriebener Brutalität. Mit fadenscheinigen Gründen wurde die Aktion legalisiert, vielleicht sind einige Gründe aus rechtlicher Sicht nicht zu kritisieren, aber aus moralischer Sicht! Es ist schon ein deutliches Zeichen des Staates, wenn ein seit 2 Jahren bestehender Anlaufpunkt der linken / alternativen Szene ohne Vorwarnung und Einigungsversuch gestürmt und geschlossen wird.
Nur einen Tag später wurde der NPD – Kreisverband Greiz unter Polizeischutz nicht weit von Berga entfernt gegründet.

Wenn man die Augen vor der Wahrheit verschließt, muss man die Lügen nicht sehen.