The Day After Gera – Eine Zeitreise in die DDR

Schon am Treffpunkt zur Gerafahrt lief nicht alles glatt, so waren auf einmal mehr Menschen da als in den Kleinbus passten, hmm fängt ja gut. Die Situation wurde schnell geklärt in dem einfach ein PKW gekapert wurde, so konnten wir dann doch netterweise zu Neunt nach Gera fahren. Die 55 PS des Kleinbusses ließen uns nicht im Stich, frisch und munter in Gera angekommen ging es dann erst mal zum Treffpunkt der Demokraten. Doch hier wartete schon der nächste Ärger auf uns, eine Handvoll Polizisten (würde sie lieber anders bezeichnen) wollte nicht das wir uns mit dem Rest auf dem Platz vereinen. Da wurde uns erst mal nachgerufen: „Hey ihr Frösche bleibt mal stehen“ aber wir reagierten nicht drauf, da keiner von uns grün trug. Kurzum wurden wir jetzt von den Dienstgeilen Herren in Schwarzgrün umringt, nur wenige Meter vom Versammlungspunkt entfernt. Im Hintergrund konnte man den Oberbürgermeister Geras von Demokratie und anderen markigen Dingen reden hören und wir mussten unsere Ausweise abgeben. Nach den üblichen Reppressionsmaßnahmen gelang es uns doch an der Demo gegen die Nazis teilzunehmen. An der Stelle noch mal viele Grüsse an die Polizisten von denen sich mindestens zwei für die Aktion ihres „Führers“ geschämt haben.
Endlich ging es los, langsam aber schön laut und von einem seichten Sommerregen begleitet zogen wir durch Geras fast menschenleere Straßen, hier fiel mir zum ersten mal auf das sich viel in Gera getan hat, ein Großteil der Straßen war frisch geteert was das Laufen recht komfortabel machte. Und so zogen wir weiter bis zur Heinrichsbrücke vorbei an den Minigolfern, was mögen die gedacht haben als wir ihre Ruhe störten, zur Zwischenkundgebung hier gab dann ein paar gute Redebeiträge (ehrlich) sonst wären viele schon eher abgehauen. Was macht man wenn man ein paar Nasen (Nazi) sehen will – man bleibt stehen und das taten wir auch! Dieses passte nun gar nicht in das Konzept der Robocops, also Plan B: Provozieren der Demoteilnehmer. Es kam immer wieder zu kleinen Rangeleien und langsam kochte die Stimmung hoch jedoch als dann noch ein paar ganz mutige „Rocker für Deutschland“ die Demo queren mussten war die Bombe kurz vorm platzen. Zum Glück besonnen sich die Meisten und reagierten nicht mehr auf die Provokationen der staatlichen Prügelgarde. So konnte friedlich Enden was friedlich begonnen hat.

Mein Fazit: Es ist gut, dass so viele Leute nach Gera kamen, schade ist, dass so wenige Geraer Bürger sich daran beteiligten. Wir haben unseren Standpunkt klargemacht und auch den staatlichen Organen gezeigt, dass man nicht mit uns umspringen kann wie man will!