Einer von vielen Antifaschisten

Als ich auf den Bus wartete, der mich nach Hause bringen sollte wurde ich auf den Straßennamen aufmerksam, der gegenüber der Bushaltestelle an eine Hauswand angebracht war. Dieser Name war mir absolut kein Begriff. Aber ich dachte wenn diesem Menschen eine Straße gewidmet wird, muss er doch etwas geleistet haben.

Also machte ich mich daran etwas, über diesen mysteriösen Herren, Namens Bruno Bergner, herauszufinden. Keine leichte Aufgabe, denn wie sich später herausstellte war er eher regional tätig.

Er war der Sohn einer Weberfamilie und wurde 1881 in Greiz geboren. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht bei Gewerkschaftsversammlungen ab 1914 über die Hintergründe des Krieges aufzuklären.

Er gründete 1919 zusammen mit anderen die Ortsgruppe der KPD und war selbst viele Jahre Vorsitzender dieser.

Auch beteiligte er sich am Generalstreik gegen den Kapp-Putsch.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die KPD verboten, dennoch gab er nicht auf und vertrat die Widerstandsgruppe Kapp – Bergner.

Nach seiner ersten Inhaftierung im Konzentrationslager Bad Sulza wurde er nur ein Jahr später vom Oberlandgericht Jena „wegen Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 4 ½ Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Zuerst verbüßte er seine Strafe im Zuchthaus Untermaßfeld, von wo er aber im August 1939 ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt wurde.

2 Jahre später kam er nach Dachau. Er sei angeblich laut Angaben eines Lagerkommandanten am 10. Februar 1942 an Darmkatarrh verstorben.

Jedoch aus dem Archiv der Gedenkstätte Dachau geht hervor, dass Bruno Bergner bereits am 15. Januar mit einem „Invalidenstransport“ in die Vergasungsanstalt Schloss Hartheim (Österreich) gebracht wurde.

Einer von vielen Antifaschisten, deren aktiver Widerstand gegen die Nazis schon zu lange in Vergessenheit geraten ist.


1 Antwort auf “Einer von vielen Antifaschisten”


  1. 1 Andreas 18. August 2008 um 11:08 Uhr
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