Alles im Lot auf‘m Boot… Alles in Butter auf‘m Kutter

Wenn ich so auf den Kalender schaue fällt mir auf, dass der Sommer langsam zu Ende geht. Es ist schon schade und ich werde ein bisschen wehmütig…

Endlich mal abschalten, war diesen Sommer die Devise für die Elsterpiraten, Urlaub ja, Langeweile nein. Was machen solche Süßwasserpiraten wie wir von der weißen Elster – logisch wir haben uns in unsere Nussschale gesetzt und sind ans Meer geschippert, na ja eigentlich sind wir ca. 700 Kilometer mit dem Auto durch Deutschland und die Niederlande geirrt, um endlich an Land gehen zu können. Gestrandet sind wir in einer kleinen Stadt mit Hafen, wie es sich für echte Piraten gehört. Mir nichts dir nichts waren die Piratenunterkünfte (in unserem Fall Zelte) bezogen. Dann ging es erst mal zum Strand, Dünen, Möwen und die stürmische Nordsee. Als Flusspirat kann man sich nichts Schöneres vorstellen, als so ne steife Brise Meeresluft zu nehmen (inklusive Sand), die Möwen bei ihren Flugmanövern zu beobachten und mit den Füßen in der Nordsee zu stehen (zum Baden war es zu kalt und stürmisch).
Später sind wir dann noch mal in die Stadt gefahren, um diese zu erkunden und eventuell zu Brandschatzen (gehört sich für richtige Piraten auf ihren Raubzügen), die Stadt haben wir erkundet, gebrandschatzt nicht.
Geschafft vom Stadtrundgang setzten wir uns in einen so genannten Coffeeshop um, wie der Name schon sagt, in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Außer Kaffee gab es hier auch noch weitere Holländische Spezialitäten, die wir fälschlicher Weise für einen besonderen importierten Tabak hielten. Da es hier gut roch und alle diesen „Tabak“ rauchten kauften wir uns auch so eine konische vorgedrehte (wie praktisch) Zigarette. Was dann passierte könnt ihr euch ja denken. Erst im Nachhinein erfuhren wir dass diese „Zigarette“ ein Joint war. Am ende des Tages ging uns das Lied von den alten Seemannskollegen Käpt´n Blaubär und Hein Blöd – Alles im Lot auf´m Boot, nicht mehr aus dem Kopf.

Als Pirat kann man sich nicht lange an einem Ort aufhalten, also fuhren wir nach Amsterdam, mit einem richtigen Schiff(!). Dieses ist überhaupt nicht mit unseren, auf der „Weißen Elster“ gebräuchlichen, Ruderbooten oder Flößen vergleichbar.
Und weil wir gerade bei Amsterdam sind, wenn ihr mal aufs Klo müsst nutzt die öffentliche Toilette im Hauptbahnhof. Eigentlich kostet die Nutzung 50 Cent doch wer mit Fünf Euro Scheinen bezahlt bekommt 6,50 Euro wieder. Vielleicht liegt das an der typischen Preis Auf- und Abrunderei oder es war ein Zufall. Mehr will ich gar nicht über Amsterdam verraten diese Stadt muss man schon mal selbst erleben.
Ihr kennt bestimmt auch die Geschichte vom fliegenden Holländer und diese fiel mir immer ein, wenn die Menschen auf ihren Fahrrädern an mir vorbei gefahren, man könnte fast sagen vorbei geflogen, sind. Das musste ich auch probieren und überzeugte erst mal alle Elsterpiraten davon, dass man sich den Geflogenheiten des Gastgeberlandes anpassen muss. Also wurden diese berühmt, berüchtigten „Holland – Bikes“ versorgt um sich mit den Fahrrad fahrenden Niederländern zu messen. Ich musste feststellen, dass wir nicht mithalten konnten. Ständig klingelte es von hinten und wieder zog ein Holländer an uns vorbei.
Es ist einfach phänomenal wie gut die Fahrradwege in den Niederlanden ausgebaut sind, da können wir uns eine Scheibe abschneiden.
Auf einer ausgedehnten Fahrradtour konnten wir Land und Leute besser kennen lernen.

Leider geht jeder Urlaub zu Ende und unser Urlaub hatte sogar ein Happy End. Nicht nur, dass wir und die Zelte einen Sturm (nein kein laues Lüftchen wie zuhause) überstanden haben, am letzten Tag zeigte sich das Nordseewetter noch einmal von seiner sonnigen Seite, was wir gut zu nutzen wussten.

Kommen wir zu den praktischen „Überlebenstipps“ für Hollandreisende:
1. Passt auf bei der Benutzung von Straßen, Bürgersteigen und Radwegen, Fahrräder und Roller haben immer Vorfahrt.
2. In Fußgängerzonen müsst ihr ausweichen, um Kollisionen mit anderen Fußgängern zu vermeiden.
3. Fragt die Holländer nie nach dem Wetter, denn die ständige Antwort auf diese Frage lautet „Es wird besser“.
4. Englischkenntnisse sind von großem Vorteil, obwohl die meisten Niederländer am Ende eines Gespräches darauf hinweisen, dass Sie auch deutsch sprechen, nett diese Holländer.
5. Holländische Brötchen sind unheimlich fluffig und schmecken wie Milchbrötchen. Wenn ihr richtige Brötchen essen wollt müsst ihr ein paar Cent mehr drauf legen. Euer Verdauungstrakt wird es euch danken.

Der Inhalt des Textes besteht zu 80% aus wahren Begebenheiten und zu 20% aus Seemannsgarn.

Gewidmet Rudi Carrell, geboren am 19.12.1934 in Alkmaar, gestorben am 07.07.2006 in Bremen.