Archiv für August 2008

Kein Strom für Nazis!

Kein Strom für Nazis – so oder so ähnlich könnte die positive Bilanz vom Samstag in Greiz heißen. Nun erstmal von Anfang an… Schon am Vormittag regnete es häufiger und bei mir stellte sich langsam ein Gefühl von Euphorie ein. Ich kam auf den Gedanken, dass dieses Nazifest samt Gästen einfach vom Regen in die „Weiße Elster“ gespült würde. Leider nur ein Gedanke, der vom Regen nicht in die Tat umgesetzt wurde. Die Aktivitäten auf dem „Festplatz“ wurden nun hektischer, hier und da wurde gewerkelt und die ersten „Gäste“ erkundeten ihre heutige Spielwiese, na ja wie das halt so ist. Die ganze Zeit ging mir ein Spruch nicht aus dem Kopf: „Lieber ein Korb voller Äpfel, als ein Platz voller Birnen“ (Ist nicht von mir). Obwohl ein ganzer Platz voller Äpfel, Holger Apfel von der NPD Sachsen war ja als Shooting Star geladen, wäre an diesem Tag auch nicht so schön gewesen. Mittlerweile war es schon kurz vor 13.00 Uhr und ich wurde unsanft von den ersten Sonnenstrahlen des Tages aus meinen Träumen gerissen und dachte mist mit dem Wegspülen wird wohl nichts mehr.

Nun begab ich mich erst mal zum Treffpunkt der Gegendemonstration, auch hier waren schon die ersten Demonstranten eingetrudelt und was sehr schön war, hier gab es Musik, die ordentlich rockte. Nicht wie bei den Nasen wo eine Totenstille herrschte, wie auf einer Trauerfeier (hatten keinen Strom). Ich deckte mich schnell mit selbst gebackenem Kuchen ein, den es hier kostenlos gab. An dieser Stelle möchte ich den BäckerInnen danken, der Kuchen war fast so lecker wie der von meiner Oma.

Immer wieder gesellten sich neue Menschen zu den bereits herum stehenden. Endlich ging es los! Mit einer halben Stunde Verspätung zog die Demonstration schön laut durch die Straßen von Greiz, immer begleitet von nervigen Polizisten, die sich sehr wichtig vorkamen aber ansonsten nicht weiter negativ auffielen. Hier und da schauten ein paar Greizer aus den Fenstern oder standen wie angewurzelt am Rand rum, nur eingereiht hat sich fast keiner! Als der Demozug am ersten Zwischenkundgebungsplatz ankam und die ersten Redebeiträge vorgetragen waren, geschah das Wunder, in den sonst fast nur aus jungen Menschen bestehenden Demozug reihten sich auch eine handvoll mutige ältere Greizer Bürger ein. Weiter ging es laut und gut gelaunt zum nächsten Höhepunkt der Demo, dem „Von Westerhagen Platz“ hier wurden wir dann von einem fetten besoffenen Nazi mit Hitlergruß begrüßt, echt geschmacklos. Weiter ging es wieder durch fast Menschenleere Straßen und immer war noch nichts vom“ NPD-Fest“ zuhören, schön, zum zweiten Kundgebungsplatz.
Hier gab es dann weitere ermutigende Reden, sowie ein schönes lautes Rufkonzert für die auf „Wurfweite“ entfernte „Großveranstaltung“ der NPD, nur zu dumm, dass es da nur 80 anwesende Nazis gab und immer noch keinen Strom. So langsam ging es nun Richtung Auflösungspunkt, dem Greizer Kirchplatz, wo sich die Anwesenden noch dem Friedensgebet anschließen konnten.

Mein Fazit: Gut war es, dass wir den Nazis nicht die Straße überlassen haben, doch leider hat es manchmal an Entschlossenheit gefehlt. Trauriger ist es, dass kaum Greizer Politprominenz und auch Bürger anwesend waren, so hätten bestimmt ein paar Worte vom Bürgermeister oder der Landrätin gut getan.
Blamiert haben sich die Nazis selber, kein Strom, Hitlergruß und andere sinnlose Provokationen.

Der Dank gilt all denen die die „Provinz gerockt haben“