Scheiß Rassisten, Nazipack

Für Samstag den 27.09.2008 plant die NPD in Greiz eine Mahnwache unter dem Motto „Mehr Förderung für unsere Deutschen Kinder“. Diese Mahnwache findet gegenüber der Greizer Asylbewerberunterkunft am Fußgängertunnel statt. Brisant ist das ein Mitglied des NPD Kreisverbandes, seines Zeichens bis Mitte des Jahres noch Stellvertretender Kreisvorsitzender, auch am Brandanschlag auf das Greizer Asylbewerberheim am 30.01.2003 beteiligt war und rechtskräftig verurteilt wurde.
Wieder schauen die Verantwortlichen in Greiz zu, lassen die Nazis ohne Gegenwehr gewähren. Es gibt nicht einmal den Versuch eines Verbotes durch die Stadt.
Obwohl es vor nicht ganz zwei Monaten auf der Antifaschistischen Demo in Greiz auch zu Lippenbekenntnissen und vollmundigen Versprechen von Greizer Politikern kam. Alles Schall und Rauch, nichts ist bisher passiert, kein offener Umgang mit dem Problem Rechtradikalismus. Auch sollte diese Aktion der Nazis wieder totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt werden! Bisher gab es auch noch keine Versuche zur Kontaktaufnahme mit Antifaschistischen Gruppen in Greiz, weder vom Runden Tisch noch von Vertretern der Stadt um dem Problem Rechtsradikalismus gemeinsam entgegen zu treten. Die Verantwortlichen stecken lieber den Kopf in den Sand und harren den Dingen die da kommen mögen.
Die jüngere Geschichte unserer Stadt, sprich die letzen 15 Jahre sollten doch gezeigt haben, dass man mit Wegschauen nichts ändern und erreichen kann!
Wer heute mit offenen Augen durch Greiz läuft, dürfte erkennen dass auch hier Rechter Lifestyle und Rechtes Gedankengut nicht nur eine Randerscheinung ist.
Diese Menschen um die es hier geht werden den Nazis kampflos überlassen, ein Teil von Ihnen sind die Wähler von Morgen!

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ sagte einmal Michael Gorbatschow auch heute und gerade in Greiz bewahrheitet sich dieser Satz wieder.

Aus aktuellem Anlass noch der Redebeitrag der AFA-Greiz vom 02.08.08

In den Wendejahren 1990/1991 zeigte der Rechtsextremismus auch in Greiz das erste Mal öffentlich seine hässliche Fratze. Eines Morgens konnten die Bürger der Greizer Neustadt sehen und lesen was die Meinung der neu erstarkten Nationalisten war. So stand in großen Buchstaben geschrieben, was die neuen Nazis dachten. Mit Botschaften wie: „Sieg Heil“, „Deutschland den Deutschen“, „Die Öfen sind offen“ und „Wählt die Republikaner“, begrüßten Sie die neue Freiheit. Der Kampf um die Köpfe und die Straße hatte begonnen.

Doch die neuen demokratischen Kräfte in Greiz sahen darin keine unmissverständliche Botschaft, wohin die Reise gehen sollte. Das entstehende Problem des Rechtsextremismus wurde totgeschwiegen.
So brachen schwere und gefährliche Zeiten für linke und alternative Jugendliche an, so mancher hat sich auf dem abendlichen Nachhauseweg mehrmals umgedreht oder die Straßenseite gewechselt. Leider blieb es nicht bei Drohungen, Übergriffe auf Andersdenkende waren mittlerweile an der Tagesordnung. Ausländer gab es hier kaum.

Mit Rock an der Schanze gab es, ab Mitte der Neunziger Jahre, einen ersten Versuch, die sich immer mehr zuspitzende Situation zu entschärfen. Doch der offene Druck den die Naziszene auf Stadt und Polizei ausübte, wie zum Bsp.: Die Ankündigung eines Überfalls auf den Jugendclub „Spectrum“ in Greiz – Pohlitz, ließ die Verantwortlichen einbrechen. In der lokalen Presse konnte man kaum etwas über die Vorgänge lesen. So wurde es kurze Zeit ruhiger in Greiz. So mancher Politiker verdrängte und vergaß das Problem mit den Nazis in unserer Stadt. Deshalb hätte man schon damals mit richtig eingesetzten finanziellen Mitteln in der Jugendarbeit dem Kommenden entgegen wirken können. Leider erkannten die Väter unserer Stadt dies nicht und das Geld floss in prestige trächtigere Projekte. Wie überall in Thüringen wurde totgeschwiegen was nicht hätte totgeschwiegen werden sollen. Darum kam, was kommen musste.

Ende der Neunziger Jahre waren die alten, neuen Nazis wieder da. Von diesem Zeitpunkt an wurde es fast unmöglich eine öffentliche Festlichkeit zu besuchen, ohne das es zu Ärger mit Nazis kam. Es gab erste Versuche in Greiz rechtsextreme Konzerte durchzuführen und die Stadt Greiz und die Polizei schauten mehr oder weniger zu. Repressionsmaßnahmen wurden immer mehr linken und alternativen Menschen in Greiz zu teil, wahrscheinlich dachte man, dass man so dem Problem Herr werden könnte. Was für ein Trugschluss! Spätestens nach dem, zum Glück misslungenen Brandanschlag auf das Irchwitzer Asylbewerberheim 2003 hätten die neuen Lenker unserer Stadt erkennen müssen, dass es nun gefestigte Nazistrukturen in unser Stadt gibt!

Wieder ist nicht viel passiert, die Öffentlichkeit nahm nur kurz Notiz von dieser menschenverachtenden Tat. Vollmundigen Versprechungen der Politiker folgten keine Taten, so konnte die braune Saat weiter wachsen und gedeihen. Zwar wurden die Täter rechtskräftig zu Gefängnisstrafen verurteilt, doch wurde mindestens ein Täter wegen „guter Führung“ vorzeitig entlassen, genau dieser gehört dem Vorstand des NPD – Kreisverbandes Greiz an. Darin zeigt sich auch, wie blind die deutsche Justiz auf dem rechten Auge ist.

2005 kam es in Greiz zum ersten Mal, nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem öffentlichen und vom Staat geschützten Aufmarsch Rechtsextremer! Diesmal noch von Gera aus organisiert und gesteuert.
2007 präsentierte sich der neu gegründete NPD – Kreisverband mit einem Familienfest mitten in unserer Stadt, auf einem vom Landratsamt zur Verfügung gestellten Platz. Hier stellt sich uns die Frage, warum gab es nicht einen Verbotsversuch durch Stadt oder Landratsamt?

Nun horchten alle demokratischen Kräfte in unserer Stadt auf! Es gab die Gründung eines runden Tisches gegen Rechtsextremismus – doch zu Erfolgen kam dieser bisher nicht.

Stattdessen sollte ein Jugendclub in Greiz geschlossen werden, da es für Jugendarbeit zu wenig Geld gibt. Glücklicherweise konnte die Schließung verhindert werden.

Bisher scheinen die politisch Verantwortlichen nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zuhaben, Herunterspielen und Verheimlichen des Problems sind hier an der Tagesordnung.
Die kommunale Arbeit im Bezug auf den Rechtsextremismus hier in Greiz, spiegelt den Standpunkt der Thüringer Landesregierung wieder.

Daher fordern wir als Antifaschistische Arbeit Greiz:

• Offenen Umgang mit dem Problem Rechtsextremismus
• Unterstützung von Projekten gegen Rechtsextremismus
• Finanziell höhere Mittel für die Jugendarbeit, allgemein
• Unterstützung alternativer Jugendprojekte
• Einen politischen Überwachungsausschuss zur Arbeit der Polizei