Archiv für September 2008

Wer war eigentlich von Westernhagen?

In Greiz gibt es einen von Westernhagen Platz und damit gleich jegliche Art von Verwechslung ausgeschlossen wird. Sollte also jemand der Meinung sein es handle sich um den berühmten Sänger Marius Müller Westernhagen, der auf diesem Platz aufgetreten sei, der liegt falsch. Die einzigen die dort aufgetreten sind, war die Kelly Family, aber das ist eine andere Geschichte.

Bei diesem von Westernhagen handelt es sich um den Offizier Kurt von Westernhagen. 1891 als Sohn des preußischen Hauptmanns und Generalleutnants Edel von Westernhagen geboren, schloss er seine Schullaufbahn an verschiedenen Orten des damaligen Deutschen Reiches, aufgrund vieler Garnisonswechsel seines Vaters, ab.
1909 begann er seine Offizierslaufbahn im Kavallerie Regiment Nr. 6 in Erfurt. Durch eine Erbschaft konnte er seinen Militärdienst aufgeben, um sich seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Reiten, zu widmen. Sein Bruder Thilo gehörte zur Weltspitze im Herrenreiten und besaß seinen eigenen Rennstall.
Auch Kurt gewann im Laufe der Jahre über 60 Pferderennen. Er nahm am 1. Weltkrieg als Rittmeister teil.
Nach Ende des Krieges verfiel aufgrund der steigenden Inflation sein, aber auch das Vermögen seiner Eltern. Durch die Hilfe des späteren Reichskanzlers Fritz von Papen, mit dem er mehrere Rennen bestritt, fand er im Amt für Statistik in Berlin eine Anstellung.

1936 wurde er im Zuge der Aufrüstung durch die Nazis als Reservist in die Wehrmacht übernommen. Seit dem 29. November 1943 gehörte er dem 2. Bau- und Arbeitsbataillon an.

In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges im April 1945 hielt sich Hauptmann Kurt von Westernhagen mit einem kleineren Sprengkommando in Langenwetzendorf bei Greiz auf, um die Sprengung der Greizer Brücken und Eisenbahntunnel vorzubereiten und durchzuführen. Von Westernhagen erkannte die Sinnlosigkeit des Vorhabens und das Vorrücken der Amerikaner veranlasste ihn, sein Kommando durch das Ausstellen von Entlassungspapieren aufzulösen. Sein ehrbares Handel, wurde jedoch durch Verrat von Offizieren seiner Einheit aufgedeckt.

Am 14. April 1945 wurde er von der SS verhaftet und nach Greiz gebracht. Der Kreisleiter der NSDAP, Schau, ließ ihn ohne jegliches Gerichtsverfahren durch das SS – Kommando des Obersturmbannführers Hans Helmuth Wolff auf dem damaligen Greizer „Platz der SS“ öffentlich erschießen. Seine sterblichen Überreste wurden in Greiz beigesetzt und später auf Antrag seiner Mutter ausgebettet und eingeäschert.
Mitte 1946 wurde seine Urne nach Berlin überführt.

Seit Herbst 1946 erinnert eine Gedenktafel am Ort der Erschießung, auf dem heutigen „Von – Westernhagen – Platz“, an den Hauptmann Kurt von Westerhagen.

Zwickau – Außer Spesen nichts gewesen!

Für den 20.09.08 mobilisierten die Zwickauer Nazis in die Stadt des Trabants. Wie es sich gehört gab es auch eine Gegenveranstaltung, organisiert vom Bündnis für Demokratie und Toleranz und dem DGB. In Zwickau wurden ca. 30 Nazis und etwa 300 Gegendemonstranten gesichtet.

Nach einigen Querelen im Vorfeld, da die Stadt die Veranstaltung der Nazis verboten hatte und das Verwaltungsgericht Karl – Marx – Stadt dieses Verbot wieder aufhob, kam es nun doch zum Showdown in Zwicke.

Schade ist, dass es in Dessau zu einer weit größeren Nazi – Demo kam, hier marschierten ca. 270 Nasen unter dem Motto „Gesicht gegen linke Gewalt“ zeigen durch die Stadt. Auch das Freie Netz Zwickau mobilisierte nach Dessau.

An diesem Samstag wurde auch einem reellen Opfer gedacht, einem Opfer rechter Gewalt.

Es trug sich folgendes zu:
In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2000 wurde der 39 Jährige Dessauer Familienvater Alberto Adriano von 3 Neonazis im Dessauer Stadtpark, ca. 400 Meter von seiner Wohnung entfernt, zusammengeschlagen und anschließend von den Tätern nackt ausgezogen und beraubt. Drei Tage später verstarb Alberto Adriano im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Fremdenhass war das Motiv der Täter!

Am gestrigen Samstag wurde im Dessauer Stadtpark beim Stadtparkfest mit einem Afrikatag eine interkulturelle Woche eröffnet. Während man im Stadtpark Alberto Adriano gedachte, einem realen Opfer einer unmenschlichen Weltanschauung, marschierten vor dem Stadtpark die Nazis. Hier machen sich Täter wieder zu Opfern, die Wahrheit wird verdreht.

In diesem Sinne:

„Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.“
(Max Liebermann, 1933, als ein Fackelzug der SA nach der Machtergreifung der Nazis an seinem Haus vorbeizog.)

Demo 20.09.08 in Zwickau

Diese Stadt hat Nazis satt!
Naziaufmarsch in Zwickau kippen!

Für den 20.09.2008 hat die Neonazi-Kameradschaft “Freies Netz Zwickau” eine Demonstration gegen die Kreisgebietsreform angemeldet. Ganz klar wird es sich dabei nicht ausschließlich um Regionalwirtschaft und Globalisierung drehen. Der braune Mob wird versuchen sein menschen verachtendes und überspitzt nationalistisches Gedankengut in Zwickau unter die Menschen zu bringen.

Dazu sagen wir ganz klar NEIN!
Wir rufen daher alle Bürger_innen und Antifaschist_innen auf sich den Nazis in den Weg zu stellen und den geplanten Aufmarsch der Rechtsextremen zum Desaster zu machen!

Diese Stadt hat Nazis satt!

Treffpunkt: 12.00 Uhr DGB-Haus (Bahnhofstr. 70)