Archiv für Dezember 2008

NPD Greiz unterstützt Exit das Nazi Aussteigerprogramm :-)

Wie wir heute auf der Internetpräsenz der NPD Greiz gelesen haben, unterstützen die Nazis jetzt Exit. Auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Wir wünschen allen einen guten Rutsch mit einem Lächeln auf den Lippen.
Da waren die Hacker wieder recht fleißig

Greiz: Ein weiterer Häuserkauf

Zur Zeit scheinen die Nazis in Kauflaune zu sein, erst geht ein ehemaliges Ferienlager im Landkreis Greiz über den Ladentisch, kaum einen Monat später wird eine ehemalige Gaststätte in der Perle des Vogtlandes, auch bekannt als Stadt Greiz, an Nazis verkauft. Das „Schöne“ an der ganzen Sache ist, dieses Objekt der Begierde steht neben der Irchwitzer (Ortsteil von Greiz) Grundschule – wie praktisch.
Aber um den ganzen Sachverhalt zu beleuchten, muss man etwas weiter ausholen…
Die Gasstätte wurde vom Sohn des Greizer Rechtsextremisten Peter Nürnberger gekauft.
Peter Nürnberger ist ohnehin kein unbeschriebenes Blatt, er nahm 2004 an der Ortsbürgermeisterwahl in Greiz teil und ließ sich damals für den Ortsteil Reinsdorf aufstellen, erhielt aber nur eine Stimme. Im Jahre 2005 trat Nürnberger für die sächsische NPD zur Bundestagswahl an. 2006 gab es erste Verbindungen nach Altenburg, hier wurde er dann 2007 zum Vorsitzenden des neuen Kreisverbandes gewählt. Er trat 2007 und 2008 als Redner beim NPD Familienfest in Greiz auf. Ebenso fungierte er als Redner bei der NPD – Mahnwache im September 2008 in Greiz. Im „Superwahljahr“ 2009 tritt er zur Kommunalwahl in Greiz als Stadtratskandidat der NPD an.

Das Gebäude, ein um die Jahrhundertwende erbautes Haus, ehemals als „Sportlerklause“ in Irchwitz bekannt, verfügt über einen Gaststättenbereich mit Fünfzig Sitzplätzen und einen kleinen Biergarten, direkt an der Straße gelegen.
Die Einrichtung der Gaststätte ist noch komplett vorhanden, was einer schnellen Wiedereröffnung sehr entgegen kommt. Im Obergeschoß und Dachgeschoß befinden sich zwei Wohnungen.
Auch scheint der Kaufpreis des Objektes, welches bereits am 01.12.08 verkauft wurde, dem Käufer sehr entgegen gekommen zu sein, da bei einem Kaufpreis von unter Achtzigtausend Euro schon die Kneipeneinrichtung inbegriffen war.

Daher sollte es nicht verwundern, dass am „Haus“ schon Sven K. ehemaliger Pächter der „Blauen Maus“, einer Gartenkneipe in Greiz, gesichtet wurde. Die „Blaue Maus“ war zu Sven K. Zeiten tagsüber eine ganz „normale“ Gartenkneipe, abends wurden hier dann Kameradschaftsabende, „Geburtstagsfeiern“ und 2007 eine Wintersonnenwendfeier, bei der im Anschluss ca. 20 Nazis mit einem Fackelumzug durch Greiz zogen, veranstaltet.
Wenige Tage nach der „Wintersonnenwendfeier“ wurde die Behausung eines damals „führenden“ Greizer NPD – Kaders, Norman W., von Unbekannten verschönert, mit Symbolen die der rechten Szene zu zuordnen sind.
Doch spätestens zu einer Veranstaltung im März 2008 war Schluss mit Lustig. Nach einem Polizeieinsatz am 29.03.08 wegen einer Nazi-Veranstaltung in der „Blauen Maus“, musste der Vorstand des Gartenvereins „Hermann Löns“ reagieren, die Kleingärtner distanzierten sich vom Rechtsextremen Kneipier und der Vorstand kündigte den Pachtvertrag.

Ebenso fand auch Norman W. schon den Weg nach Greiz – Irchwitz, zur ehemaligen „Sportlerklause“.
Norman W. wurde im November 2003 wegen eines Brandanschlages auf das Asylbewerberheim in Greiz – Irchwitz, am 30.01.03 als Täter verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung stieg Norman zeitweise zum Stellvertretenden Vorsitzenden des neugegründeten NPD – Kreisverbandes Greiz auf.
Täter kehren immer an den Ort des Verbrechens zurück, so sagt man.

Durch Änderungen am Thüringer Gaststättengesetz wird das Eröffnen von Gastgewerben wesentlich vereinfacht. Das bedeutet, dass keine Erlaubnispflicht mehr erforderlich ist, sondern lediglich mindestens zwei Wochen vorher eine Gewerbeanzeige beim zuständigen Gewerbeamt erfolgen muss. Diese Neuregelung trat bereits am 01.12.08 in Kraft. Bisher ist es noch recht dunkel in der ehemaligen Gaststätte „Sportlerklause“, was das neue Jahr mit sich bringen wird, ist ungewiss.

Im Hinblick auf die Vorgänge in Schönbach und den daraus entstandenen politischen Turbulenzen im Kreistag des Landekreises Greiz, bei der die Abgeordneten der Linken als „Extremisten“ bezeichnet wurden und sich nur auf Kosten der Rechtsextremisten profilieren wollen, kann man nur hoffen das der Stadtrat der Stadt Greiz konstruktiver mit dem Problem Rechtsextremismus umgeht.

Nie süßer die Blechinstrumente je klangen

Als ich dieser Tage das Kassablanca (Gleis 1) in Jena virtuell besuchte und mir das Programm für den Dezember durchlas, stieg eine freudige Erregung in mir auf. Im Rahmen des 20. „Skankin‘ Round The X-Mas Tree“ Festivals, tritt dieses Jahr unter anderen auch Doreen Shaffer auf. Ihre Begleitkapelle, aus neun Musikern bestehend, sind „The Moon Invaders“ aus Belgien. Am 26.12.08 ist es dann soweit, Vorhang auf für ein Stück jamaikanischer Musikgeschichte.

Doreen Shaffer gehörte 1964 zu den Gründungsmitgliedern der legendären Skatalites, eine der bekanntesten Skabands überhaupt. Bis heute ist Doreen Sängerin der Skatalites, tourt aber auch als Solokünstlerin kreuz und quer durch die Weltgeschichte.
Auf ihrer derzeitigen Tour stellt sie ihr neues Album vor. Sicher wird sie auch den einen oder anderen alten Song zum Besten geben.
Schnell fühlt man sich in eine Zeit zurück versetzt, wenn Doreen ihre alten Hits anstimmt, in der Button Down Hemden, Sta Prest Hosen und Dr. Martens das Maß aller Dinge waren. In einer Zeit in der nicht die Hautfarbe das Problem war, sondern zu welcher Gang man gehörte.

Mittlerweile sterben ja die letzten „Originale“ jamaikanischer Musik langsam aber sicher aus, man denke nur an Laurel Aitken, Desmond Dekker oder Theo Beckford

Wer den Hauch authentischer, gelebter jamaikanischer Kultur verspüren möchte, sollte es sich fest vornehmen das Kassablanca heimzusuchen, um hier der unumstrittenen „Queen des Jamaika Ska“ zu frönen.

Auch scheinen die beiden anderen Bands „Prague Ska Conspiracy“ und „The Moon Invaders“ (ohne Doreen) einen gelungenen Auftakt an diesem Abend für Freunde jamaikanischer Tanzmusik zu bieten.

Egal ob der „Alten Zeiten“ wegen, weil man Ska einfach nur gerne hört oder die alte Platte zu Hause nur noch leiert, für gute Musik ist gesorgt, für die entsprechende Stimmung seid Ihr zuständig.

In diesem Sinne keep on skanking – stay rude stay rebel – strictly anti racist!