Da fangen die Probleme an, in Mylau

Kaum wurde ein Urteil im Prozess um zwei minderjährige Neonazis (Täter) gesprochen, schon werden auf einschlägigen Seiten die Opfer (nur die werden namentlich genannt) so zusagen virtuell bedroht. Doch die eigentliche Bedrohung ist nicht nur virtuell, sondern wie Vergangenheit und Gegenwart zeigen sehr real.

Die Geschichte ist ziemlich lang, schon älter als 9 Jahre und es gab auch schon mal im „Das Magazin“ (Ausgabe 10/08) einen informativen Artikel. Hier eine kurze Zusammenfassung.

Ein Nachbarschaftsstreit, der im Laufe der Jahre so ausartete, dass das Haus der einen Familie in Flammen aufgehen sollte. Die Tat ausgeübt vom Minderjährigen Sohn der einen Familie und seinem „Kumpel“, die zwei Molotowcocktails auf das Haus warfen, die glücklicherweise „nur“ den Fenstersims und die umliegenden Büsche trafen.

Zurück in die Gegenwart

Die zwei Jungs (Täter) wurden laut Anklage wegen versuchten fünffachen Mordes schuldig gesprochen. Laut Sächsischer Opferberatung wurden die Täter zu 3 bzw. 2,5 Jahren „Zuchthaus“ verurteilt. Leider wurden die eigentlichen, die geistigen Brandstifter nicht zur Rechenschaft gezogen. Was nicht ist, kann noch werden. Wie tief muss man sinken um 15jährige Kinder zu solchen Straftaten zu inspirieren.

Nun geht es weiter in Mylau, der beschaulichen Stadt im Herzen des Vogtlandes.
Derweil gehen die Nazis zum Psychoterror über, Hetztiraden gegen die Opfer, den Bürgermeister, eigentlich gegen alle die aufgewacht sind. Auf einigen einschlägig bekannten Seiten, die nennen wir nicht näher, wir machen ja keine Werbung, wird weit unterhalb der Gürtellinie gehetzt und gedroht. Da kann man sich dann auch ein Flugblatt auf einer der Seiten herunterladen, es ausdrucken und verteilen…

An vorderster Front steht wieder mal ein alter Bekannter aus Mylau, um für alle „aufrechten Deutschen“ in die Bresche zu springen. Er ist Betreiber einer der besagten Internetseiten auf denen man mit Verlaub gesagt den nationalen Dünnschiss lesen kann. Es wurde gelesen und es wurde kräftig gekotzt (Entschuldigung für die deftigen Ausdrücke), irgendwie bekommt man beim schmökern dieser Artikelchen das Gefühl, dass die Täter (beinhaltet auch geistige Brandstifter) zu Opfern gemacht werden sollen. Dass hier eine Tat, bei der Menschenleben aufs Spiel gesetzt wurden, einfach mal übersehen wird.

Diese, die eigentlichen Opfer, leiden jetzt auch noch an Verfolgungswahn und bedrohen „anständige Bürger“ (ich muss schon wieder kotzen). Es ist jetzt soweit gekommen, dass diese bekotzten, ich meinte „anständigen Bürger“ Strafanzeige bei den Schutzmännern in Reichenbach stellen mussten.

Die Nazis fühlen sich bedroht von einer Familie, auf die ein Brandanschlag verübt wurde, die mit Hitlergruß begrüßt wurden und deren Hund vergiftet wurde.


7 Antworten auf “Da fangen die Probleme an, in Mylau”


  1. 1 verlinker 04. Dezember 2008 um 20:06 Uhr

    Unterhalb der Link zur Onlinevariante des „Das Magazin“ Artikels

    http://jungle-world.com/artikel/2008/46/29682.html

  2. 2 Micha 05. Dezember 2008 um 20:13 Uhr

    hund vergiftet? haus angezündet? am besten die laila auf deren kehlen hetzen..!brüderliche grüsse von mir..

  3. 3 bully 06. Dezember 2008 um 11:22 Uhr

    Sowas glaub ich ja net, glaubt Ihr an das was die Systempresse schreibt?
    Was ist mit Eurem Idealismus?? Finde es ehrlich beschämend das hier nur das wiedergegeben wird was man gelesen hat.
    Auf nach Mylau, vor Ort mit den Leuten reden.

    Anmerkung: Gäääähn

  4. 4 notwendig 06. Dezember 2008 um 19:23 Uhr

    ich bin bully’s meinung. AUF NACH MYLAU! aber sprüche nützen nix. direct action!

    Anmerkung: Genau, das besprechen wir dann auch hier ;)

  5. 5 kroko 08. Dezember 2008 um 19:35 Uhr

    Ich finde es unmöglich, das man 2 Probleme zu einem zusammen schmeisst, ist ja einfacher… na toll… das eine war und ist ein Nachbarschaftsstreit, und das schon seit jahren und das andere ist Rechtsextremismus in Mylau, wo ich definitiv KEIN Für- Sprecher bin, ganz im Gegenteil, mir gefällt es gar nicht was von Mylau aus organisiert wird und das ein entsprechender Laden auf dem Schulweg der Kids ist. Aber das was die Presse zusammen schmeißt gehört getrennt von einander betrachtet. Der Nachbarschaftsstreit hat sich über Jahre hoch gestachelt,KURZ GEFASST: die eine Seite zeigt alles an was Ihr nicht in den kram passt(und darunter befinden sich auch ganz „normale“ „angesehene“ Bürger der Stadt Mylau) und die andere Seite hat eine kleine Eckkneipe, wo JEDER!!! etwas zu trinken bekommt. Der Höhepunkt waren die Molly`s, das war alles andere als korrektes Verhalten, und dafür werden sie gerade stehen müssen -siehe Gerichtsurteil(ist die höchste Jugendstrafe). Aber die Gegenseite zeigt kein Erwachseneres Verhalten, im Gegenteil sie suchen ständig Streit und prangern die Leute an….jeder will Ihnen was böses, als dreht sich die ganze Welt nur um sie.

    Ein Vorschlag: auch an die Presse (Ihr habt auch Verantwortung zu übernehmen!-tratschen kann jedes Waschweib- hier ist ordentliche Recherche gefragt), lasst was den Nachbarschaftsstreit angeht Ruhe einkehren, hört auf es hoch zu puschen und jeder fängt ersteinmal bei sich an, den Dreck vor seiner eigenen Türe weg zu räumen, bevor er andere verurteilen, beurteilt, anzeigt, beleidigt,ect….!

  6. 6 bert 08. Dezember 2008 um 20:02 Uhr

    So ist halt wenn ein Familienstreit ins politisch / rassistische Milieu abruscht. Da werden alle Waffen aufgefahren die man hat. Nicht zu bestreiten ist aber, dass die Eskalation von den Nazis ausging, siehe Flugblätter, Aufkleberaktion in Mylau usw.
    Wer Minderjährige dazu inspiriert, die „Freunde“ der beiden Täter gehören ja zum Umfeld des Ladens in Mylau, fremde Häuser anzuzünden und dann meint, das sei keine politisch motivierte Tat und es würde alles nicht stimmen, der gehört genauso verurteilt.
    Daran sieht man ja wie krank die Ideologie der Nazis ist.

  7. 7 egal 09. Dezember 2008 um 20:01 Uhr

    Unbestritten ist, dass der Sohn der Familie mit der Eckkneipe oft mit Mylauer Nazis rumhing, auch sind dessen Eltern rechtsoffen. Komischerweise wurde vor den Streitigkeiten die Familie (Opfer) nicht von Mylauer Nazis belästigt. Wie lässt sich da das eine vom anderen trennen? Muss ein Familienstreit soweit gehen, dass die eine Familie Angst um ihr Leben hat?

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