Greiz: Ein weiterer Häuserkauf

Zur Zeit scheinen die Nazis in Kauflaune zu sein, erst geht ein ehemaliges Ferienlager im Landkreis Greiz über den Ladentisch, kaum einen Monat später wird eine ehemalige Gaststätte in der Perle des Vogtlandes, auch bekannt als Stadt Greiz, an Nazis verkauft. Das „Schöne“ an der ganzen Sache ist, dieses Objekt der Begierde steht neben der Irchwitzer (Ortsteil von Greiz) Grundschule – wie praktisch.
Aber um den ganzen Sachverhalt zu beleuchten, muss man etwas weiter ausholen…
Die Gasstätte wurde vom Sohn des Greizer Rechtsextremisten Peter Nürnberger gekauft.
Peter Nürnberger ist ohnehin kein unbeschriebenes Blatt, er nahm 2004 an der Ortsbürgermeisterwahl in Greiz teil und ließ sich damals für den Ortsteil Reinsdorf aufstellen, erhielt aber nur eine Stimme. Im Jahre 2005 trat Nürnberger für die sächsische NPD zur Bundestagswahl an. 2006 gab es erste Verbindungen nach Altenburg, hier wurde er dann 2007 zum Vorsitzenden des neuen Kreisverbandes gewählt. Er trat 2007 und 2008 als Redner beim NPD Familienfest in Greiz auf. Ebenso fungierte er als Redner bei der NPD – Mahnwache im September 2008 in Greiz. Im „Superwahljahr“ 2009 tritt er zur Kommunalwahl in Greiz als Stadtratskandidat der NPD an.

Das Gebäude, ein um die Jahrhundertwende erbautes Haus, ehemals als „Sportlerklause“ in Irchwitz bekannt, verfügt über einen Gaststättenbereich mit Fünfzig Sitzplätzen und einen kleinen Biergarten, direkt an der Straße gelegen.
Die Einrichtung der Gaststätte ist noch komplett vorhanden, was einer schnellen Wiedereröffnung sehr entgegen kommt. Im Obergeschoß und Dachgeschoß befinden sich zwei Wohnungen.
Auch scheint der Kaufpreis des Objektes, welches bereits am 01.12.08 verkauft wurde, dem Käufer sehr entgegen gekommen zu sein, da bei einem Kaufpreis von unter Achtzigtausend Euro schon die Kneipeneinrichtung inbegriffen war.

Daher sollte es nicht verwundern, dass am „Haus“ schon Sven K. ehemaliger Pächter der „Blauen Maus“, einer Gartenkneipe in Greiz, gesichtet wurde. Die „Blaue Maus“ war zu Sven K. Zeiten tagsüber eine ganz „normale“ Gartenkneipe, abends wurden hier dann Kameradschaftsabende, „Geburtstagsfeiern“ und 2007 eine Wintersonnenwendfeier, bei der im Anschluss ca. 20 Nazis mit einem Fackelumzug durch Greiz zogen, veranstaltet.
Wenige Tage nach der „Wintersonnenwendfeier“ wurde die Behausung eines damals „führenden“ Greizer NPD – Kaders, Norman W., von Unbekannten verschönert, mit Symbolen die der rechten Szene zu zuordnen sind.
Doch spätestens zu einer Veranstaltung im März 2008 war Schluss mit Lustig. Nach einem Polizeieinsatz am 29.03.08 wegen einer Nazi-Veranstaltung in der „Blauen Maus“, musste der Vorstand des Gartenvereins „Hermann Löns“ reagieren, die Kleingärtner distanzierten sich vom Rechtsextremen Kneipier und der Vorstand kündigte den Pachtvertrag.

Ebenso fand auch Norman W. schon den Weg nach Greiz – Irchwitz, zur ehemaligen „Sportlerklause“.
Norman W. wurde im November 2003 wegen eines Brandanschlages auf das Asylbewerberheim in Greiz – Irchwitz, am 30.01.03 als Täter verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung stieg Norman zeitweise zum Stellvertretenden Vorsitzenden des neugegründeten NPD – Kreisverbandes Greiz auf.
Täter kehren immer an den Ort des Verbrechens zurück, so sagt man.

Durch Änderungen am Thüringer Gaststättengesetz wird das Eröffnen von Gastgewerben wesentlich vereinfacht. Das bedeutet, dass keine Erlaubnispflicht mehr erforderlich ist, sondern lediglich mindestens zwei Wochen vorher eine Gewerbeanzeige beim zuständigen Gewerbeamt erfolgen muss. Diese Neuregelung trat bereits am 01.12.08 in Kraft. Bisher ist es noch recht dunkel in der ehemaligen Gaststätte „Sportlerklause“, was das neue Jahr mit sich bringen wird, ist ungewiss.

Im Hinblick auf die Vorgänge in Schönbach und den daraus entstandenen politischen Turbulenzen im Kreistag des Landekreises Greiz, bei der die Abgeordneten der Linken als „Extremisten“ bezeichnet wurden und sich nur auf Kosten der Rechtsextremisten profilieren wollen, kann man nur hoffen das der Stadtrat der Stadt Greiz konstruktiver mit dem Problem Rechtsextremismus umgeht.


6 Antworten auf “Greiz: Ein weiterer Häuserkauf”


  1. 1 Andreas 24. Dezember 2008 um 22:44 Uhr

    Bei allen Verständnis für Dein / mein Anliegen … aber ein wenig übertreibst Du schon mit Deinen Vermutungen und Befürchtungen … Man sollte diese Leute auch nicht wichtiger reden als sie sind. Ich finde, eine Demokratie hat dies auszuhalten. Schauen wir auf uns! Je sinnvoller wir agieren, desto weniger Ansatzpunkte finden die wirklichen oder vermeintlichen Rechten.

  2. 2 Nicht Versteher 25. Dezember 2008 um 16:23 Uhr

    Entschuldigung, ich verstehe den Kommentar nicht, er wirkt so aus dem Zusammenhang gerissen. Sorry

  3. 3 unwichtiger als man denkt 25. Dezember 2008 um 17:39 Uhr

    Leider muss man schon sagen, dass durch solche Artikel Nazis „aufgewertet“ werden, aber auf der anderen Seite ist auch wichtig, dass auf die Gefahren hingewiesen wird. Irgendwo hatte ich gelesen dass es nun schon das zweite Haus ist im Vogtland, welches von Nazis gekauft wurde. Hätte man den Druck auf die Nazis und die ach so demokratische Öffentlichkeit nicht schon längst erhöhen müssen?
    Es kann doch nicht nur die Aufgabe der Antifa sein, Rechte Strukturen zu bekämpfen. Erreichen muss man auch die die wegschauen sei es aus Angst oder leider auch aus Desinteresse. Auf jeden Fall solltet ihr weiter machen mit eurer Arbeit.

  4. 4 themenentfremder 26. Dezember 2008 um 2:49 Uhr

    da ich keine email adresse von den elsterpiraten finden konnte, stelle ich diese frage hier, auch wenn sie keinerlei bezug zum thema hat.

    aus reiner neugier: welche bedeutung haben diese häuser auf dem foto?
    ist das ein lokaler bezug zur gruppe oder sind das ehemalige zentralen von kommunist_innen?

    für meine unwissenheit entschuldige ich mich im voraus.

  5. 5 Peter Pan 26. Dezember 2008 um 15:34 Uhr

    So runtergekommen wie die Gebäude aussehen, scheinen es eher Hinterlassenschaften der ehemaligen Lehnsherren von Greiz zusein, vielleicht wurden sie ja von den regionalen Aktivisten besetzt.

  6. 6 Peter Pan 16. Februar 2009 um 15:09 Uhr

    Woher ist das wissen den fundiert???

    Man sollte aufpassen wie man etwas hier ausführlich schreibt weil einige hintergründe doch gar nicht bekannt sind!

    Anmerkung: Gähn

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