Archiv für Dezember 2008

Das Braune Wirtshaus im Vogtland

Es gibt neue Nachrichten aus dem Vogtland. Seit einigen Monaten wird von den vogtländischen Antifaschisten, der rege Betrieb im „Drei Mädle Haus“, mit Argwohn betrachtet.
Nun haben sich die Befürchtungen, dass hier regelmäßig Veranstaltungen der Rechtsextremen Szene aus dem Vogtland stattfinden, bestätigt. Die mündliche Anfrage einer Landtagsabgeordneten im Thüringer Landtag brachte Klarheit, mindestens 8 Veranstaltungen wurden dieses Jahr schon durchgeführt, von drei Veranstaltungen waren die Behörden im Vorfeld informiert.

Zunächst eine chronologische Aufführung der Veranstaltungen dieses Jahr, die offiziell bestätigt wurden:

17.05.08 Veranstaltung des NPD Kreisverbandes Greiz
07.06.08 Veranstaltung des NPD Kreisverbandes Vogtland
16.06.08 Veranstaltung des Ring Nationaler Frauen
04.09.08 Veranstaltung NPD Sachsen
08.11.08 Liederabend im Anschluss an die Demo in Reichenbach
19.11.08 Kameradschaftsabend
29.11.08 Liederabend
06.12.08 Vortrag über Rudolf Hess

Was noch zu sagen wäre, bereits am 17.05.08 wurde die Polizei über die Veranstaltung informiert.

Auch gibt es Aussagen von anderen Personen, die dahin gehend berichten, dass es außerdem in den Jahren zuvor schon zu Rechtsextremen Veranstaltungen kam.

Das „Drei Mädle Haus“ befindet sich an der B92 zwischen Elsterberg und Plauen, gehört aber zum thüringischen Schönbach, dieses ist wiederum in der Gemeindeverwaltung „Vogtländisches Oberland“ mit Sitz in Pöllwitz eingegliedert.
Dank dieser geographisch konfusen Verhältnisse konnten die Nazis lange Zeit unbemerkt agieren. Das Gebäude, ein ehemaliges Ferienlager, verfügt über 40 Zimmer und das Grundstück hat eine Größe von 4300 Quadratmetern.

Es ist alarmierend, dass Objekte dieser Größenordnung in die Hände von Rechtsextremisten fallen, mittlerweile sind im „Drei Mädle Haus“ schon 17 Personen mit Nebenwohnsitz gemeldet.

Auskünften nach soll das oben genannte Gebäude bis 2013 an den ehemaligen Betreiber des einschlägigen Naziladens „Ragnarök“ in Mylau, Olaf Martin, vermietet worden sein.
Während dessen soll das Ladengeschäft in Mylau von dem Kreisvorsitzenden der NPD Greiz, Thomas Meisser, übernommen worden sein. – Verwirrt? Wir auch.

Werner Silge der seit 2002 Eigentümer des „Drei Mädle Hauses“ ist, hat sein Gastgewerbe seit dem 26.10.08 abgemeldet. Zum 08.11.08 wurde die Lokalität wieder vermietet. Die neue Gaststättenkonzession wurde bereits beantragt.
Seltsamerweise dementiert Silge jegliche Gerüchte über einen bereits getätigten Verkauf oder einer Vermietung. Während dessen kann man schon äußerliche Veränderungen erkennen wie vergitterte Fenster sowie offensichtliche Renovierungsarbeiten an der Außenfassade.

Zur Situation in Griechenland

Informative Artikel zur Situation in Griechenland, alle bei Indymedia erschienen.

Indymedia 08.12.08
Indymedia 07.12.08

Da fangen die Probleme an, in Mylau

Kaum wurde ein Urteil im Prozess um zwei minderjährige Neonazis (Täter) gesprochen, schon werden auf einschlägigen Seiten die Opfer (nur die werden namentlich genannt) so zusagen virtuell bedroht. Doch die eigentliche Bedrohung ist nicht nur virtuell, sondern wie Vergangenheit und Gegenwart zeigen sehr real.

Die Geschichte ist ziemlich lang, schon älter als 9 Jahre und es gab auch schon mal im „Das Magazin“ (Ausgabe 10/08) einen informativen Artikel. Hier eine kurze Zusammenfassung.

Ein Nachbarschaftsstreit, der im Laufe der Jahre so ausartete, dass das Haus der einen Familie in Flammen aufgehen sollte. Die Tat ausgeübt vom Minderjährigen Sohn der einen Familie und seinem „Kumpel“, die zwei Molotowcocktails auf das Haus warfen, die glücklicherweise „nur“ den Fenstersims und die umliegenden Büsche trafen.

Zurück in die Gegenwart

Die zwei Jungs (Täter) wurden laut Anklage wegen versuchten fünffachen Mordes schuldig gesprochen. Laut Sächsischer Opferberatung wurden die Täter zu 3 bzw. 2,5 Jahren „Zuchthaus“ verurteilt. Leider wurden die eigentlichen, die geistigen Brandstifter nicht zur Rechenschaft gezogen. Was nicht ist, kann noch werden. Wie tief muss man sinken um 15jährige Kinder zu solchen Straftaten zu inspirieren.

Nun geht es weiter in Mylau, der beschaulichen Stadt im Herzen des Vogtlandes.
Derweil gehen die Nazis zum Psychoterror über, Hetztiraden gegen die Opfer, den Bürgermeister, eigentlich gegen alle die aufgewacht sind. Auf einigen einschlägig bekannten Seiten, die nennen wir nicht näher, wir machen ja keine Werbung, wird weit unterhalb der Gürtellinie gehetzt und gedroht. Da kann man sich dann auch ein Flugblatt auf einer der Seiten herunterladen, es ausdrucken und verteilen…

An vorderster Front steht wieder mal ein alter Bekannter aus Mylau, um für alle „aufrechten Deutschen“ in die Bresche zu springen. Er ist Betreiber einer der besagten Internetseiten auf denen man mit Verlaub gesagt den nationalen Dünnschiss lesen kann. Es wurde gelesen und es wurde kräftig gekotzt (Entschuldigung für die deftigen Ausdrücke), irgendwie bekommt man beim schmökern dieser Artikelchen das Gefühl, dass die Täter (beinhaltet auch geistige Brandstifter) zu Opfern gemacht werden sollen. Dass hier eine Tat, bei der Menschenleben aufs Spiel gesetzt wurden, einfach mal übersehen wird.

Diese, die eigentlichen Opfer, leiden jetzt auch noch an Verfolgungswahn und bedrohen „anständige Bürger“ (ich muss schon wieder kotzen). Es ist jetzt soweit gekommen, dass diese bekotzten, ich meinte „anständigen Bürger“ Strafanzeige bei den Schutzmännern in Reichenbach stellen mussten.

Die Nazis fühlen sich bedroht von einer Familie, auf die ein Brandanschlag verübt wurde, die mit Hitlergruß begrüßt wurden und deren Hund vergiftet wurde.