Kurze Zusammenfassung zu Ilmenau

Wie schon diese Woche öfters von den Medien berichtet starb in der Nacht zum 17.01.09 ein 28 jähriger Mann in einer Haftzelle der Ilmenauer Polizeidienststelle.

Laut Informationen der Antifaschistischen Gruppe Südthüringen (AGST) gehörte der Mann zur Punk Szene in Ilmenau.

Was ist passiert.

Am Samstagmorgen gegen 1:50 Uhr wurde die Polizei von der Rettungsleitstelle über eine betrunkene und hilflose Person informiert. Der 28 jährige wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen.
Bei einer Zellenkontrolle gegen 9:00 Uhr morgens lag er leblos in seiner Zelle. Ein herbeigerufener Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Soweit zum offiziellen Geschehen.

Bereits einen Tag später versammelten sich ca. 30 Menschen vor der PI in Ilmenau und besetzen deren Foyer für mehrere Stunden symbolisch um an den Tod des 28jährigen Mannes in einer Polizeizelle zu erinnern. Obwohl von Seiten der Polizei die Schuld am Tod auf die Notärzte abgeschoben werden sollte, glaubten anwesende Besetzer eher an eine Aufsichtspflichtverletzung durch die Polizei.
Dieses scheint sich mittlerweile auch zu bestätigen.
Die beteiligten Beamten wurden mittlerweile vom Streifendienst suspendiert und wurden in den Innendienst versetzt. Gegen die zwei in der besagten Nacht diensthabenden Beamten wurde vom Thüringer Innenministerium ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Der junge Mann ist wahrscheinlich an einer Alkoholvergiftung gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beiden Polizisten wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung.

Womöglich hatten die Beamten ihre Pflicht verletzt und keinen Arzt hinzugezogen, der den Zustand des 28jährigen hätte prüfen müssen.

Da dies nicht der erste Todesfall in einer Polizeizelle ist, sollten die zuständigen Behörden und Dienststellen sich doch mal näher mit der Ausbildung im allgemeinen und der Eignung einzelner Beamter beschäftigen.