Am 18. Februar 1943

In Berlin erklärt Goebbels der Welt den „Totalen Krieg“. Für Rassenwahn und Nationalismus.
Dass der Krieg für die Nazis längst verloren war, wusste Joseph Goebbels sicherlich zu diesem Zeitpunkt.

Hunderte Kilometer südlich werfen an diesem Tag, die Studenten Hans und Sophie Scholl, beide Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ Flugblätter in den „Lichthof“ der Universität München.
Sie werden vom Hausmeister beobachtet, von ihm an die Gestapo verraten und verhaftet.
Nur einige Tage später, am 22. Februar 1943, werden die Geschwister Scholl und Christian Probst, ein weiteres Mitglied der Widerstandsgruppe „Weise Rose“, zum Tode verurteilt und wenige Stunden später von den Nazis ermordet.

Zwei Tage vor ihrer Verhaftung sagt Sophie Scholl zu einem Bekannten: “Es fallen so viele Menschen für dieses Regime, es wird Zeit, dass einer dagegen fällt“.

Die übrigen Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ werden ebenfalls verhaftet und später hingerichtet.

Alexander Schmorell und Prof. Kurt Huber werden am 13.07.1943 enthauptet.
Willi Graf wird nach monatelanger Folterung durch die Nazis am 12.10.1943 ermordet.

Der Weg in den Widerstand begann 1941 mit dem Abhören „feindlicher“ Radiosender und gemeinsamen Lese – und Diskussionsabenden. Hier spielten auch die bisher gesammelten Erfahrungen, allesamt negativ, mit dem NS – Regime eine große Rolle.

Im Sommer 1942 wurde aus der Theorie, die Praxis. Selbstgefertigte Flugblätter wurden per Post an Studenten, Lehrer und Ärzte verschickt und in Münchener Briefkästen verteilt. Insgesamt wurden sechs verschiedene Flugblätter zwischen 1942 und 1943 verfasst, wobei die letzten beiden am politischsten waren und alle Bevölkerungsschichten ansprachen.

Auszug aus dem letzten Flugblatt vom Februar 1943:

„Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad. Dreihundertdreißigtausend deutsche Männer hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. Führer, wir danken dir!

Es gärt im deutschen Volk: Wollen wir weiter einem Dilettanten das Schicksal unserer Armeen anvertrauen? Wollen wir den niedrigsten Machtinstinkten einer Parteiclique den Rest unserer deutschen Jugend opfern? Nimmermehr! Der Tag der Abrechnung ist gekommen, der Abrechnung der deutschen Jugend mit der verabscheuungswürdigsten Tyrannis, die unser Volke erduldet hat. Im Namen des ganzen deutschen Volkes fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut der Deutschen zurück, um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen.“

Letztendlich muss man sagen, dass weder Hans noch Sophie Scholl oder auch die anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ von Anbeginn der Nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland, aktiv im Widerstand waren. Sie kamen zumeist aus christlich geprägten, konservativen Elternhäusern. Erst die schrecklichen Erfahrungen die sie im Nationalsozialistischen Deutschland machten, ließ sie zu Widerstandskämpfern werden.

Im Gedenken an alle Widerstandskämpfer, die für unsere Freiheit im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen.