Vorträge zum Thema Rechtsextremismus im Vogtland

Veranstaltungen die Rechtsextremismus zum Thema haben sind im Vogtland keine gern gesehenen „Gäste“, so könnte man denken, wenn sie dann doch statt finden sind sie oftmals nicht öffentlich oder finden keine geeigneten Räumlichkeiten.

So erging es auch Matthias Adrian, ehemaliges JN und NPD Mitglied, der mit seinem Vortrag im Vogtland unterwegs ist.
Nach mehreren Absagen, fand man dann doch noch einen geeigneten Ort.

Aber erst mal zum Vorgeplänkel,

wie man in der regionalen Tagespresse lesen konnte, wurde eine Anfrage von Enrico Bräunig (SPD Landtagsabgeordneter) ob man eine Veranstaltung mit Neonaziaussteiger Matthias Adrian in der Netzschkauer Mittelschule durchführen könnte, vom Direktor Jürgen Dillner dankend abgelehnt.
Dillner erklärte: „Das ist keine akute Problematik an unserer Schule“. Doch das sich einige seiner Schüler auf rechtsextremen Abwegen befinden oder befanden, zeigt die jüngste Vergangenheit, die Dillner vergessen zu haben scheint.
So ist es noch gar nicht lange her, als zwei ehemalige Schüler einen Brandanschlag mit rechtsextremem Hintergrund auf eine Mylauer Familie verübten. Auch im Unterricht stellten sie gerne ihre rechtsextreme Meinung zur Schau. So zum Beispiel als im Unterricht das Tagebuch der Anne Frank behandelt wurde, waren Hetztiraden gegen Juden und Andersdenkende die Folge, all das blieb vom anwesenden Lehrer unkommentiert. Ebenso wurde öfters mal mit den älteren Kameraden gedroht von denen sich auch mal einer an der Schule zeigte. Aber Ansichten können ja auch auseinander gehen.
Es scheint als wolle man das Thema in der im September nach Umbauarbeiten wiedereröffneten Netzschkauer Mittelschule, bei der auch Sachsens Bildungsminister anwesend war, einfach nach hinten rausschieben – und das ist noch milde ausgedrückt. Beschwichtigend erklärte Dillner, seine Schüler mit anderen Mitteln über Nazis aufzuklären.

Adrians Vortrag „Ich war dabei! – Innenansichten der rechten Szene!“ wäre bei den Schülern der 8. bis 10. Klasse genau richtig gewesen, die Zielgruppe der Neonazis. Hätte Adrians Vortrag nicht der Anfang von einem Projekt für mehr Toleranz, gegen Rassismus und Rechtsextremismus sein können?
Von denen im Vogtland jede Menge gebraucht werden.

Auch Anfragen am Reichenbacher Berufsschulzentrum brachten Adrian nicht weiter. Genauso erging es ihm bei Reichenbachs Stadtverwaltung, hier wurde die Veranstaltung in öffentlichen Räumen abgelehnt, weil es sich um einen politischen Vortrag handelt. Mit der Begründung, da könnten ja auch die Anderen kommen, war das Thema schnell vom Tisch. Immer das Gleiche, Wegschauen und unter den Teppich kehren, so werden in unserem „Mikrokosmos“ bestimmte Probleme angepackt.

Es ist nur komisch wenn man etwas weiter in den Osten des Vogtlandes schaut, nach Auerbach, hier war Adrian im Januar 2008 an Geschwister Scholl Mittelschule.
Auch im Januar 2009 war Adrian wieder in Auerbach, am Goethe Gymnasium.

Schlussendlich haben der SPD Mann und der Ex – NPDler ja noch einen Ort gefunden.

So kann man nächsten Mittwoch im kleinen Örtchen Brockau, am Fuße des Kuhberges, etwas über die „Innenansichten der rechten Szene“ erfahren.