Ein Blick auf die Thüringer Kriminalstatistik 2008

Entgegen aller Traditionen, fange ich lieber mit den „Guten Nachrichten“ an.
Zur Zeit gibt es genug schlechte Schlagzeilen.

Thüringens Innenminister, leider habe ich den Name vergessen, stellte dieser Tage die Thüringer Kriminalstatistik für 2008 vor.
Laut Statistik, das ist unheimlich positiv, leben Thüringer Senioren oder auch Rentner genannt wirklich sicher. Und nach Kriminalstatistik waren weniger als 6 Prozent der Rentner Opfer eines Verbrechens.
Knapp 7 Prozent gehören dem illusteren Täterkreis an.

Soweit so gut. Dann gab es ja noch den Sonderteil „PKM“, ja ich habe auch gestutzt. Ausgesprochen heißt das „Politisch Motivierte Kriminalität“… der Ahh Effekt setze auch bei mir ein.

Durch Zufall bekam ich die Pressemappe der „PKM“ in die Hand. Jetzt mal zu den Fakten, im Jahr 2008 gab es 1554 Straftatbestände im politisch motivierten Bereich. Davon fielen alleine auf den Bereich „PKM-rechts“, 1163 Straftaten im Jahr 2008 oder knapp 97 Straftaten im Monat. Fairerweise muss man sagen, dass hier alle Straftaten inbegriffen sind, vom Propagandadelikt bis zur Körperverletzung.
Thüringens Innenminister ist sauer, so viele rechte Aktivitäten in seinem Bundesland und nur weil anders gezählt wird. Seit 2008 werden Straftaten, die früher in die Rubrik „Sonstige“ eingeordnet wurden, wie Hakenkreuzschmiereien ohne eindeutigen rechten Hintergrund, in die „PKM rechts“ eingeordnet. Nach alter Erfassungsweise wären es nur 799 Straftaten mit rechtem Hintergrund gewesen. Naja auch nicht wirklich wenig.

Auch MOBIT, „Mobile Beratung in Thüringen“, äußerte sich zur Statistik 2008.

Ein Zitat von Uwe Schubert,

„Was auf den ersten Blick nur als statistischer Effekt erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als bittere Erkenntnis. Die Zahl rechtsextremer Straftaten steigt stetig an. Sie zeichnen ein düsteres Bild der politischen Realität im Bundesland. Rechtsextremismus ist Alltag in Thüringen, so wie es sich auch in den Mobit Chroniken zu rechtsextremen Aktivitäten jährlich widerspiegelt. Im Wahljahr 2009 ein weiterer Hinweis vor welch schwieriger Aufgabe Zivilgesellschaft, Demokratinnen und Demokraten stehen. Auch wenn die NPD bei den kommenden Wahlen keinen Erfolg haben sollten. Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus bleibt eine Daueraufgabe über Wahltage hinaus“.

Recht hat er, der Uwe Schubert. Rechtes Gedankengut ist weit verbreitet bei uns.

Auch eine bundesweit durchgeführte Studie mit 45000 Schülerinnen und Schülern hält Besorgnis erregende Ergebnisse im Bezug auf rechtes Gedankengut bereit. Jeder 7. Jugendliche der befragt wurde gibt an ausländerfeindlich zu sein.
Kriminalitätsforscher Christian Pfeiffer gibt weiterhin zu bedenken, dass 4,9 Prozent der Jungen und 2,6 Prozent der Mädchen sich einer Rechtsextremen Gruppe zugehörig fühlen. Laut Pfeiffer sind dies mehr als die Jugendorganisationen aller demokratischen Parteien zusammen an Mitgliedern haben.

Diese Bundesweit durchgeführte Studie untermauert die Ergebnisse der Thüringer Kriminalstatistik und den damit verbundenen Anstieg rechter Straftaten in Thüringen.


2 Antworten auf “Ein Blick auf die Thüringer Kriminalstatistik 2008”


  1. 1 \o/ 19. März 2009 um 20:09 Uhr

    „4,9 Prozent der Jungen und 2,6 Prozent der Mädchen sich einer Rechtsextremen Gruppe zugehörig fühlen. Laut Pfeiffer sind dies mehr als die Jugendorganisationen aller demokratischen Parteien zusammen an Mitgliedern haben.“
    Entweder ist das grober Unfug oder eien unglückliche Formulierung. Die Jugendverbände der großen Parteien haben um die 200.000 Mitglieder, von daher kann nicht die Rede davon sein, dass rund 3% der Neuntklässler über 200.000 Personen sind.

    Nach dem Sprichwort von Winston Churchill:“Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, würde ich sagen, dass hier ganz klar grobe Fehler und Fehlinterpretationen getätigt wurden. Nicht umsonst ist Christian Pfeiffer dafür bekannt ständig irgendwelche Panik zu verbreiten und unseriös zu arbeiten. Erinnern wir uns nur an die tausenden Studien, die der nette Herr zu „Killerspielen“ ausüführte, die alle damit endeten, dass „Killerspiele“ von Satan direkt auf die Erde geschickt wurden um uns zu vernichten. Wenn man sich umschaut, dann bekommt man doch auch mit, dass sicherlich keine 5% in Kameradschaften oder der NPD sind. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die jungen Leute sich nen Spaß erlauben wollten und einfach mal angekreuzt haben, dass sie fiese Obernazis sind.

    Anmerkung: In Bezug auf Herrn Pfeiffer müssen wir ihnen recht geben, leider haben wir uns auf Informationen gestützt, die scheinbar übertrieben sind. Objektive Kritik ist jederzeit erwünscht.

  2. 2 Mutti 20. März 2009 um 12:39 Uhr

    Statistik hin oder her, ganz offensichtlich ist doch die Tatsache, dass sich der Braune-Mopp hier in unserem schönen Vogtland und auch anderswo unkontrolliert ausbreitet und Angst und Schrecken verbreitet. Es ist an der Zeit, dass Politik und Polizei dagegen einschreiten und etwas gegen diese Entwicklung tun sollten. Leider werden gerade die Schmierereien als dumme Streiche, von nicht denkenden Jugendlichen aus sozialen Problemfamilien, abgetan und nicht ernst genommen. Aber dies sind die ersten Anzeichen einer verwirrten Seele um die sich dringend gekümmert werden müsste, damit diese Jugendlichen nicht in die falschen Kreise geraten. Auch finde ich sich aus SPASS als Nazi zu bezeichnen extrem gefährlich. Da ist noch sehr viel Aufarbeitung und Aufklärung nötig um einen effektiven Rückgang solcher rechten Straftaten zu erzielen.

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