Vogtland: Das Maß ist voll

In den letzten Monaten und Wochen gab es eine stetig ansteigende Zahl rechtsextemer Aktivitäten im Vogtland.
In Thüringen stehen wichtige Wahlen bevor, die rechtsextreme NPD versucht die Parlamente zu erobern.
Neben den Landtagswahlen, hat es die NPD besonders auf Stadt– und Kreispalarmente abgesehen. So auch im Landkreis Greiz. In Sachsen versuch die NPD zu retten, was zu retten ist, jegliche Hüllen werden fallen gelassen.

Egal ob in den Parlamenten oder nicht, rechte Schläger und NPD sind nicht zu unterschätzen. Nach außen hin distanziert sich die NPD von diesen „Freien Kameradschaften“ um sich in der Öffentlichkeit Bürgernah zu geben. Aber ohne jene gewaltbereiten Neonazis wäre ein effektiver Wahlkampf nicht möglich.

In Reichenbach werden linke und alternative Jugendliche von Nazis regelrecht verfolgt und angegriffen. So gab es in letzter Zeit wiederholt Überfälle, teilweise wurden Jugendliche brutal zusammengeschlagen, andere wurden bedroht. Aus Angst vor Racheakten wenden sich die Opfer nicht an Polizei und Öffentlichkeit. Nur die Spitze des Eisberges ragt aus dem braunen Sumpf heraus. So wurde Anfang April bekannt, dass ein 38-jähriger Mann, der nicht ins völkische Weltbild passt, von Nazis zuhause brutal zusammengeschlagen wurde. Die Täter stiegen über den Balkon ein und überraschten den wehrlosen Mann im Schlaf. Dies ist bisher der einzige öffentlich bekannt gewordene Vorfall. Die Freie Presse berichtete darüber am 08.04.09 in ihrer Reichenbacher Regionalausgabe.
Einen Hausbesuch der besonderen Art erlebte Anfang März der Betreiber der rechten Internetseite „Recht und Ordnung“. Nachdem Aufkleber mit dem Konterfei einer vermeintlichen Antifaschistin und dem Spruch „Den Feind erkennen auch in Annaberg“ und der darunter stehenden Internetadresse der „Recht und Ordnung“ Seite aufgetaucht sind, erstattete die auf dem Bild zu erkennende Frau Anzeige. Inwiefern die aufgetauchte Propaganda mit den Überfällen in Verbindung gebracht werden kann ist nicht klar.

Wenige Kilometer weiter in Greiz üben sich die Nazis im Wahlkampf.
Für Propaganda sorgen unteranderen die sogenannten „Freien Kräfte“ in Greiz. Seit Februar tauchen immer wieder schlecht gemachte Nazigraffitis auf, hierzu gab es auch einen kurzen Artikel in der Lokalausgabe der Ostthüringer Zeitung, auch von versuchten Übergriffen auf Antifaschisten und Sachbeschädigungen kann man berichten. Im März wurden die Reifen eines PKW so beschädigt, dass die Luft nur langsam
entweichen konnte. Damit nahmen die Täter auch den Tod oder zu mindestens einen Unfall des Fahrzeugeigentümers in Kauf. Glücklicherweise entdeckte der Geschädigte rechtzeitig die feige Tat.
Mitte März stellte die NPD ihre Kandidaten für die Stadtrats– und Kreistagswahl vor. Darunter auch bekannte Gewalttäter. Der eine oder andere posiert auch gerne mal vor der Hakenkreuzfahne, so ist halt bei uns die NPD.
Am letzten Märzwochenende gab es einen Infotisch des „NPD – Wahlteams“ in der Greizer Innenstadt. Der Propaganda Erfolg blieb aus. Wenige Tage später versuchten NPD’ler, unterstützt von Nazischlägern, Greizer Bürger davon zu überzeugen „Unterstützer“ Unterschriften für die NPD zu leisten. Leider hat die NPD genügend
Unterschriften erhalten um bei den Regionalwahlen anzutreten.

Deshalb wählen gehen – Deine Stimme gegen Nazis


4 Antworten auf “Vogtland: Das Maß ist voll”


  1. 1 Schweigekartell 28. April 2009 um 15:38 Uhr

    Hallo,

    in Greiz gibt es ein selbsternanntes Bündnis von sog. „Demokraten gegen Rechts“. Diese „Demokraten“ lassen es zu, daß z.Zt. täglich auf dem Marktplatz die Faschisten ungestört ihre menschenverachtende Ideologie unters Volk streuen können. Ganz demokratisch – mit Genehmigung des Bürgermeisters G. Grüner.
    Wo bleiben die Demokraten Grüner, Seidel, Franz, Hemmann, Kunze, Ullmann – wo sind die kirchlichen Würdenträger?
    Wo erheben sie ihre Stimme von der Kanzel aus und in den Medien und zeigen ihren Untertanen den Weg in die Freiheit von den Faschisten?
    Wann schreiten sie zur Montags-Demo gegen Faschismus und Krieg.

    Faschisten teilen in Greiz an alle diejenigen, die im Rathaus ihre Unterschrift für sie leisten, kostenlos eine Rostbratwurst aus.
    Aus zwei gelben Wohnanhängern.

    Am 23.04.09 in der Mittagszeit verließen zwei Nazis das Unterschriftenzimmer im Rathaus der Stadt, obwohl an der Tür zum Einzelnen eintreten aufgefordert wurde.
    Werden Nazis in Greiz bevorzugt behandelt?

    Nun ja.
    Antifas werden in Greiz nicht geduldet.
    Andersdenkende auch nicht.

    Das Maß ist voll?
    Noch lange nicht!
    Die Greizer lassen sich alles bieten – für 100 Westmark oder eine Roster.

    Stark bleiben!

  2. 2 wähler 29. April 2009 um 15:30 Uhr

    Wählen gehen – ja ! Aber nicht SPD und CDU in Greiz und im Landkreis. Aber vor allem keine Stimme der NPD!

    Gerd Grüner und Martina Schweinsburg eine Abfuhr erteilen.
    Deine Stimme gegen Nazis und desinteressierte Demokraten!

  3. 3 wähler 11 29. April 2009 um 21:02 Uhr

    Aber auch der Rest in der Greizer Parteienlandschaft hat keine wirklich Schlagkräftigen Argumente. Beim Thema NPD und Nazis halten sich alle Demokratischen Parteien im Landkreis Greiz auffällig zurück.

    Können die demokratischen Parteien das „NPD Bratwurstgeschenk“ nicht mit ehrlicher, bürgernäherer und endlich wieder demokratischer Politk entlarven?

    Es ist ein ärbärmliches Trauerspiel, wenn in Greiz Nazis für Unterschriften Bratwürste verschenken. Politische Botschaft – Fehlanzeige.

  4. 4 Schweigekartell 03. Mai 2009 um 21:32 Uhr

    Hallo wähler 11,

    was verstehst Du unter dem „Rest in der Greizer Parteienlandschaft“? Und vor allem – was sind „Demokratische Parteien“? Gibt es da eine Definition? Demokratische Parteien sind: “…“.
    Vor allem – undemokratische Parteien sind: „…“!!!
    Wo kann man das nachlesen?
    Was haben in dem Umfeld der selbsternannten demokratischen Parteien die Greizer Kirchgemeinden zu tun? Die sitzen ja mit diesen Brüdern an einem Tische – und sind deren Sprecher!!!
    Und warum sind nicht Greizer Vereine im Kampf gegen Faschisten zugelassen – oder sind die alle belastet (na klar – der „Schützenverein“ hat ja eine Großgermanenkarte in seinem Vereinshaus zu hängen – wie zu NAZIS Zeiten)?
    Haben Greizer Bürger nur ein Stimmrecht über Parteimitgliedschaften??

    Fragen über Fragen…

    1989 haben Menschen die „Freiheit“ erbettelt.
    Für 100 Westmark.
    Heute erkriechen sie sich eine Nazi-Ablaßbitte für eine Roster…
    Niemand fordert „Gleichheit“ und „Brüderlichkeit“ wie in Frankreich 1789/99…

    Erbärmlich, dieses Greizer Volk.

    Stark bleiben!

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