Blick nach Rechts: Fußball spielen für Rudolf Heß

Greiz − Am vergangenen Wochenende veranstalteten Neonazis aus Thüringen und Sachsen zum wiederholten Mal ein Fußballturnier zum Gedenken an Rudolf Heß.

Heil Euch Kameraden!“ Mit diesen Worten wurde in einem internen Einladungsschreiben für vergangenen Samstag zu einem „außergewöhnlichen Gedenken“ an Rudolf Heß von Mitgliedern der sächsisch-thüringischen „Rechten Aktionsfront“, die sich selbst kurz „RAF“ nennt, eingeladen. In diesem Jahr diente eine Waldlichtung im thüringischen Teil des Vogtlands unweit der Stadt Greiz als Veranstaltungsort für das so genannte „Rudolf Heß Gedenkturnier“. Bereits am Vormittag begannen Neonazis aus der Region mit dem Aufbau der Tore. Nur wenig später erreichten dann die ersten PKWs, manche mit Aufschriften wie „Todesstrafe für Kinderschänder“ andere mit NPD-Fähnchen, die abgelegene Lichtung. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Zahl der Anwesenden, die zum Großteil aus dem Vogtland und dem Erzgebirge angereist waren, auf rund 50 Personen an. Nachdem die Polizei am frühen Nachmittag das Gelände erreichte, erklärte der Veranstalter − gleichzeitig der Besitzer des Grundstücks −, dass es sich um ein privates Turnier handle. Besonders im Vogtland kann die rechtsextreme Szene auf eine Vielzahl eigener Grundstücke und Immobilien zurückgreifen, was ein Eingreifen und Handeln der Behörden und der lokalen zivilgesellschaftlichen Akteure erschwert. Nur so ist zu erklären, dass das „Gedenkturnier“ bereits in den Jahren 2004, 2005, 2007 und 2008 ohne nennenswerte Beeinträchtigungen stattfinden konnte. (mb)