Fußball und Gewalt

Am Samstag dem 24.10.2009 kam es in Greiz während eines Kreisklassespiels zwischen dem Hainberger SV und Blau-Weiß zur Schlägerei.

Was ist passiert?

Wenige Minuten vor Ende des Derbys erhielt ein Spieler der Hainberger Mannschaft wegen unsauberen Zweikampfes die Rote Karte. Daraufhin schlug der Abgestrafte dem Schiedsrichter ins Gesicht. Sicherlich keine schöne Aktion des Hainberger Spielers, auch wenn es vorher schon zu Provokationen gegen den aus dem Kosovo Stammenden kam. Hier pfiff der Schiedsrichter nicht ab.
Die Situation eskalierte.

In die Schlägerei auf dem Spielfeld, mischten sich einige Zuschauer ein, als die Situation sich bereits beruhigte, aber nicht um Erste Hilfe zu leisten oder deeskalierend zu wirken. Mehrere als Neonazis erkannte Personen, zum Teil anderen Greizer Fußballvereinen zugehörig, griffen gezielt den Kosovaren an.

Selbstjustiz für Deutschland.

Mittlerweile zieht jene Auseinandersetzung weite Kreise.
Es wird öffentlich über den Ausschluss des Betroffenen diskutiert, darüber, dass sein Handeln unsportlich war. Sicherlich zeugte sein Handeln von wenig Sportsgeist, aber aus welchen Gründen es zu dem Angriff auf den Schiedsrichter kam, darüber wird nicht diskutiert – der einzige Schuldige steht fest.

Nur wenige Stimmen zeigen sich besorgt über das Eingreifen der Rechten Fans.

Dieser Punkt wird kleingeredet und wegdiskutiert. Mit Aussagen wie „das sind nicht unsere Fans“ und „Wir versuchen Ausländische Mitbürger zu integrieren“, wird versucht zu Verharmlosen und die Schuld abzuweisen.
Im Forum eines der betroffenen Fußballvereine kam es zu heißen Diskussionen, so verteidigte ein User den Angriff der Neonazis damit, dass sie mit dem Schiedsrichter befreundet wären.

Schon seit Jahren gibt es immer wieder Ärger mit „Problemfans“ bei Fußballspielen in den unteren Klassen. In Fußballvereinen aktive Kinder von Migranten werden gebeten nicht als Zuschauer zu bestimmten Spielen zu erscheinen, weil die „Rechten“ bestimmt kommen, andermal verhindert die Polizei Provokationen Rechter Fangruppen – Eigentlich normal in der Provinz. Auch wenn gerade dieser Vorfall vom Samstag nicht alltäglich ist.

Wie weit rechtes Gedankengut und rassistische Ressentiments bereits in Regionalen Sportvereinen verankert sind, darüber lässt sich nur spekulieren. Das Sportvereine und dabei besonders Fußballvereine von Neonazis unterwandert sind, gleicht einem offenen Geheimnis. Vor diesem Problem werden von den betroffenen Vereinen oftmals die Augen verschlossen.

Rassismus und Nationalismus gibt es bei uns nicht – nicht nur Greizer Sportvereine denken so.


2 Antworten auf “Fußball und Gewalt”


  1. 1 Matt Kirby 29. Oktober 2009 um 15:09 Uhr

    Man könnte meinen ihr wäret die Gerechtigkeit in Person! Man könnte meinen…

  2. 2 Heiland 29. Oktober 2009 um 21:19 Uhr

    Gewalt hat im Sport nichts zu suchen. Genauso wenig wie Rassismus.

    Pöbeleien,Provokation,Hohn und Spott von Fans,Mitgliedern und Anhängern gegnerischer Vereine sind da an der Tagesordnung.

    Das ist genauso nicht in Ordnung.

    ABER

    Wenn man sich da als Sportler nicht im Griff hat und beherrschen kann und auf den Schiedsrichter und andere Sportler losgeht, hat man den Sinn und das Fairplay nicht verstanden und somit auf dem Fußballplatz bzw. im Sport nichts zu suchen.
    Egal ob Ausländer oder Einheimischer.

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