Reichenbach: Strafanzeige gegen Hausbesetzer

Die Deutsche Bahn AG hat Strafanzeige gegen die Freiraumaktivist_innen gestellt. Daher scheint eine gütliche Einigung zwischen Besetzern und Besitzern gescheitert. Wie die DB weiter mitteilte würde das betroffene Haus am alten Güterbahnhof rund um die Uhr von der Bundespolizei bewacht. Die Schlösser am Gebäude wurden auch bereits ausgetauscht. Mit der Anzeige verschärft die Deutsche Bahn AG die Lage der jungen Reichenbacher weiter.

Wie bei uns berichtet, wollten die jungen Leute auf den Leerstand und Verfall von Häusern in Reichenbach hinweisen. Ebenfalls versuchte man so zu zeigen, dass es an alternativen kulturellen Angeboten in der Stadt mangelt.

Einen Lichtblick gibt es?

Die Stadt Reichenbach bietet einige Gebäude nach dem Wächterhausmodell*, auf das sich die Hausbesetzer auch bezogen, an. Wer Interesse hat solle sich in der Stadtverwaltung melden, so die Pressesprecherin der Stadt. Inwiefern dies ein ernstgemeintes Angebot für die Reichenbacher Besetzer ist, bleibt noch zu prüfen. Ob sich so ein unabhängiges alternatives Kultur- und Wohnprojekt ins Leben rufen lässt, steht in den Sternen.
Auch Reichenbachs Neonaziszene meldete sich bereit zu Wort: „Man werde verhindern, dass die Zecken ein Haus von der Stadt bekommen.“

Wir werden euch weiterhin über die Situation in Reichenbach auf dem Laufenden halten. Solidarität ist eine Waffe. In diesem Sinne: Dieses Haus kann leben – überall im Vogtland!

* Wächterhäuser

Wächterhäuser sind leer stehende Gebäude, die Interessenten für eine vorübergehende Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Diese zahlen nur die Nebenkosten, übernehmen aber Reparaturen zur Instandsetzung. Bei den Nutzern handelt es sich oft um kulturelle und soziale Initiativen sowie Künstler. Das Grundprinzip der Wächterhäuser lautet: Hauserhalt durch Nutzung. Sie allein verhindert Vandalismus und grenzt Witterungsschäden ein, da sie von den Nutzern schnell entdeckt und behoben werden.