Netzschkau: Nazitreffen auf dem Marktplatz

Rund 35 Neonazis feierten am vergangenen Samstag mitten im sächsischen Netzschkau das einjährige Bestehen des Szeneladens „Nordlicht“.

Trotz Sonnenscheins war der Marktplatz im sächsischen Netzschkau am vergangenen Samstag kaum belebt. Lediglich rund 35 Neonazis, verteilt auf ein paar Bierbänke und -tische, und Rechts-Rock aus einer Musikanlage zogen die Blicke sporadisch vorbeikommender Wandergruppen auf sich.

Die aus dem thüringischen und sächsischen Vogtland kommenden Neonazis waren einer Einladung des ehemaligen Greizer NPD-Vorsitzenden Thomas Meisser gefolgt. Dessen brauner Klamottenladen „Nordlicht“ feierte an diesem Tag sein einjähriges Bestehen.

Auftritt von rechtsextremem Liedermacher genehmigt

Eine junge Frau, die kopfschüttelnd an dem Laden vorbeikam, war empört. „Warum beschwert sich hier niemand? Wer genehmigt so etwas mitten am Marktplatz?“ Auf diese Frage hatten mehrere Stadtratsvertreter, die ein Stück von den Neonazis entfernt standen, eine klare Antwort. Verantwortlich für die Genehmigung soll der Bürgermeister Werner Müller sein, der bis zwei Tage vor der Veranstaltung seine Stadträte über die Genehmigung im Unklaren ließ und damit Gegenproteste unmöglich machte. Auch ein rechtsextremer Liedermacher war für den Tag angekündigt, und mit der Auflage seine Texte vorher einzureichen genehmigt worden. Zwar fand dieser Auftritt nicht stattfand, trotzdem fühlen sich die Lokalpolitiker vom Bürgermeister hintergangen.

Der Laden gilt als Nachfolger des „Ragnarök“, das laut René Weber von der „Kontaktstelle gegen Rechts“ aus Plauen jahrelang „Neonazigeschichte“ im Vogtland schrieb, ein beliebter Anlaufpunkt für die Szene war und der Nachwuchsrekrutierung diente.

Das „Nordlicht“ sorgt vor allem unter Eltern immer wieder für Gesprächsstoff, denn der Laden liegt nur wenige Meter von der örtlichen Grund- und Mittelschule entfernt. Seit der Eröffnung des Ladens im Mai 2009, so beklagen sie, soll die Zahl eindeutiger Szenesymbole auf T-Shirts an der Schule stark zugenommen haben.

Quelle: blick nach rechts


2 Antworten auf “Netzschkau: Nazitreffen auf dem Marktplatz”


  1. 1 Rainer 07. Juni 2010 um 6:49 Uhr

    Der Bürgermeister unserer Stadt hat alle rechtlich möglichen Mittel unseres demokratischen Staates ausgeschöpft, um diese Veranstaltung zu verhindern. Leider kann er nicht gegen bestehende Gesetze verstoßen. Einen Prozess der rechten Szene im nachhinein hätte die Stadt Netzschkau sicher verloren. Die Kosten hätten die Bürger der Stadt zu tragen, was den Nazis sicher gefallen hätte.
    Der Auftritt der Liedermacher war nie genehmigt worden, wie sie das schreiben. Sie hatten die Auflage nicht erfüllt, ihre Texte vorher bekannt zu geben. Die Veranstaltung fand auch nicht auf dem Marktplatz statt wie beantragt, sondern vor dem Laden. Zeitlich wurde auch eine Einschränkung gemacht, die wollten bis 20,00 Uhr feiern. Ich glaube, 16,00 Uhr war offizieller Schluss der Veranstaltung die von keinem Netzschkauer besucht wurde.
    Übrigens, der Laden ist keine Augenweide. Kein Schaufenster ist mehr ganz, die Fassade ist mit Antifa-Symbolen besprüht. Ich glaube nicht, das die sich dort noch lange halten können. Wir Netzschkauer wollen diesen Laden nicht !!!! Und bitte greifen sie unseren Bürgermeister nicht mehr an, er hat alles in seiner Macht mögliche getan um diese Veranstaltung zu verbieten. Bitte stellen sie den Sachverhalt auf ihrer Seite in ein richtiges Licht. Oder besuchen sie mal Netzschkau und machen sie sich ein Bild wie es wirklich ist.

    Anmerkung: Danke für den Kommentar. Wir waren schon mal in Netzschkau, ist ja nicht weit entfernt von der Göltzschtalbrücke.

  2. 2 rolf 23. Juni 2010 um 11:33 Uhr

    moin,
    @Rainer was de da schreibst ist nicht so richtig. besorge dir mal richtige infos,und nicht solche die von der presse Kommen.
    und ein wort zu den Netzschkauer Bürgern, sie hetzen nich so wie du sie wollen einfach ihre ruhe haben. du denkst doch wohl nicht ersthaft das die nazis weggehen. wo sie jetzt schon das haus haben. die gehen nie mehr. gegenteil die sind dabei noch ein Grundstück zu kaufen.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.