Archiv für Mai 2010

Netzschkau: Nazitreffen auf dem Marktplatz

Rund 35 Neonazis feierten am vergangenen Samstag mitten im sächsischen Netzschkau das einjährige Bestehen des Szeneladens „Nordlicht“.

Trotz Sonnenscheins war der Marktplatz im sächsischen Netzschkau am vergangenen Samstag kaum belebt. Lediglich rund 35 Neonazis, verteilt auf ein paar Bierbänke und -tische, und Rechts-Rock aus einer Musikanlage zogen die Blicke sporadisch vorbeikommender Wandergruppen auf sich.

Die aus dem thüringischen und sächsischen Vogtland kommenden Neonazis waren einer Einladung des ehemaligen Greizer NPD-Vorsitzenden Thomas Meisser gefolgt. Dessen brauner Klamottenladen „Nordlicht“ feierte an diesem Tag sein einjähriges Bestehen.

Auftritt von rechtsextremem Liedermacher genehmigt

Eine junge Frau, die kopfschüttelnd an dem Laden vorbeikam, war empört. „Warum beschwert sich hier niemand? Wer genehmigt so etwas mitten am Marktplatz?“ Auf diese Frage hatten mehrere Stadtratsvertreter, die ein Stück von den Neonazis entfernt standen, eine klare Antwort. Verantwortlich für die Genehmigung soll der Bürgermeister Werner Müller sein, der bis zwei Tage vor der Veranstaltung seine Stadträte über die Genehmigung im Unklaren ließ und damit Gegenproteste unmöglich machte. Auch ein rechtsextremer Liedermacher war für den Tag angekündigt, und mit der Auflage seine Texte vorher einzureichen genehmigt worden. Zwar fand dieser Auftritt nicht stattfand, trotzdem fühlen sich die Lokalpolitiker vom Bürgermeister hintergangen.

Der Laden gilt als Nachfolger des „Ragnarök“, das laut René Weber von der „Kontaktstelle gegen Rechts“ aus Plauen jahrelang „Neonazigeschichte“ im Vogtland schrieb, ein beliebter Anlaufpunkt für die Szene war und der Nachwuchsrekrutierung diente.

Das „Nordlicht“ sorgt vor allem unter Eltern immer wieder für Gesprächsstoff, denn der Laden liegt nur wenige Meter von der örtlichen Grund- und Mittelschule entfernt. Seit der Eröffnung des Ladens im Mai 2009, so beklagen sie, soll die Zahl eindeutiger Szenesymbole auf T-Shirts an der Schule stark zugenommen haben.

Quelle: blick nach rechts

Gera: Wollt Ihr Ärger? – Geht Radfahren

Etwa 30 vor allen Dingen junge Leute fanden sich am Samstag (22.05.10) spontan zusammen, um gegen Polizeigewalt und für Alternative Freiräume zu demonstrieren.

Der Anlass war ein völlig überzogener Polizeieinsatz vor gut einer Woche (15.05.10). Hierbei stoppte die Polizei eine aus Fahrradfahrern bestehende „Critical Mass“.

Auch am letzten Samstag schienen die meisten Geraer recht überrascht, als sich eine Demo laut und fröhlich ein Alternatives Jugendzentrum fordernd, durch die Innenstadt bewegte. Nicht ausgelassen wurde dabei die „Sorge“ – Geras Hauptflaniermeile.

Für die Polizei und die politisch Verantwortlichen in Gera dürfte die friedliche Demo unangenehm gewesen sein, da in der Öffentlichkeit systematisch nur über verletzte Polizisten und Gesetzesüberschreitungen berichtet wurde. Über den Grund für die Aktion oder der völlig überzogenen Reaktion der Polizei und des eskalierenden Verhaltens ihrerseits ist kaum die Rede.

In einem kurzen Redebeitrag wurden schon fast „utopische“ Forderungen gestellt, unteranderem forderte man die bestehenden Dirtbikestrecken im Geraer Stadtwald zu legalisieren. Für die Einen ein Freiraum und für die anderen Gesetzeswidrig.
Aber noch „schlimmer“ dürfte die Forderung nach einem selbstverwalteten Zentrum für den immer präsenten Staatsapparat gewesen sein.

Doch vielleicht hat sich der ein oder andere Passant mal überlegt was in seiner Stadt falsch läuft und vielleicht nicht nur in seiner Stadt.

Greiz: Wieder einmal Rechte Gewalt

Bereits Anfang der Woche wurde hier auf einen brutalen Überfall von Neonazis am 13.05.10 auf eine Gruppe junger Leute kurz hingewiesen.

Wie sich mittlerweile herausgestellt hat war dies nicht der einzige Übergriff am „Männertag“.

Was ist los in einer Region in der Menschen Angst haben müssen sich frei zu bewegen, Sorge tragen am Abend nicht mehr gesund nachhause zu kommen?

Was passierte am 13.05.10 – ein Abriss der Geschehnisse

Eine kleine Gruppe von Wanderern rastete im beliebten Naherholungsgebiet dem Werdauer Wald, der sich von Werdau über Greiz bis nach Neumühle erstreckt. Jene Gruppe wurde, von einer aus etwa 20 Neonazis bestehenden Gruppe, zuerst verbal angegriffen und danach tätlich. Zwei Menschen wurden von den Neonazis erheblich verletzt und mussten medizinisch versorgt werden. Das alternative Äußere der Überfallenen und einige politische Buttons reichten den Neonazis als Anlass.

Vermutlich befanden sich die Neonazis auf Männertagstour.

Am selben Tag fand einige Kilometer entfernt, in Nitschareuth, eine Naziparty statt. Ob die Gruppe dahin auf dem Weg war ist nicht bekannt. Auch hier wurde am Abend eine Person, die sich auf dem Heimweg befand, von mehreren Tätern attackiert und schwer verletzt. Inwiefern „Party“ und Überfall im Zusammenhang stehen kann nur gemutmaßt werden.