Kinder kennen keine Vorurteile

Gestern, am bisher wohl sonnigsten und wärmsten Tag des Jahres, fand in Greiz ein Antirassistisches Kinderfest statt. Seit dem Mittag verwandelte sich der Kirchplatz in eine innerstädtische Spielwiese.

Ausgerichtet wurde das Fest vom Kultur- und Bildungsverein Greiz. Doch dass, das Fest ein Erfolg wurde lag sicherlich an den vielen Unterstützern.

Zu den zahlreichen Unterstützern gehörten das „Cafe Ok“, zwei Familien aus der Asylbewerberunterkunft, der Stadtjugendring Greiz, der Jugendclub Spektrum, die Antifaschistische Arbeit Greiz, der Thüringer Schachverein, der Verein „Auf And Halt“ aus Gera,
der Verein „Grünes Haus e. V.“ aus Berga, MOBIT sowie Einzelpersonen.

„Dem Alltagsrassismus begegnen – Mauern einreißen“

So umriss eine junge Frau vom Organisationsteam die klare Botschaft, die von diesem Kinderfest ausgehen sollte. Ein wirkliches Zusammenleben gibt es nicht, Oberflächlichkeit und Vorurteile beherrschen das Leben, so weiter die junge Frau vom Organisationsteam. Zeit um über Hintergründe zum Alltagsrassismus zu diskutieren gab es nicht wirklich, ein reger Andrang von Kindern forderte ihre Aufmerksamkeit.

Viele Kulturen, eine Welt

Limo aus Deutschland, Essen aus dem Iran und Torten fürs Kaffeetrinken aus Aserbaidschan.

Aber nicht nur über den Magen kam man sich näher, Kinder aus unterschiedlichen Regionen der Welt spielten miteinander, als ob es immer so wäre. Die Eltern kamen sich auch mal näher als im Alltag. Ein seltener Anblick in der Ostthüringischen Provinz.

Über mehrere Stunden erschallte vor allen Dingen Kinderlachen am samstäglichen Nachmittag in der Greizer Innenstadt.

Kinderschminken, Hüpfburg, Großfeldschach oder einfach nur Fangen spielen, Möglichkeiten spielerisch einander näher zu kommen gab es einige. Märchen aus 1000 und einer Nacht erzählte eine gebürtige Ostthüringerin mit arabischem Mann und indischen Schwiegersohn

Am Ende des Tages gab es nicht nur eine Stimme, die einen anderen und offeneren Umgang im Miteinander forderte, sondern viele. Markige politische Reden die mehr Toleranz und einen Aufstand der Anständigen fordern, vermisste niemand am Samstag in Greiz

Ausgrenzen, Abschieben und Angsthaben waren einen Tag lang nicht Alltag.

Ermöglich wurde das Fest durch das Projekt „Kulturbegegnungen Thüringen“ (Kubeth). Doch damit sich langfristig etwas im Miteinander leben ändert, dafür können nur die Menschen vor Ort sorgen.


1 Antwort auf “Kinder kennen keine Vorurteile”


  1. 1 BeteiligteR 06. Juni 2010 um 22:19 Uhr

    War echt eine gelungene Veranstaltung. Schade, dass die Kinderbuchautorin sich als Stimmungskillerin entpuppte, die keine Musik wollte. Aber ansonsten gerne wieder.

    Anmerkung: Es gab doch gar keine KillerInnen. ;-)

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