Pößneck: Nazifest schlecht besucht

Gestern fand der 9. Thüringentag der nationalen Jugend in Pößneck statt. Während in den Vorjahren die eher regional ausgerichtete Musik- und Propagandaveranstaltung im Schnitt um die 300 Besucher hatte, stagnierten die Besucherzahlen in Pößneck bei ca. 100 Teilnehmern.

Von Anfang an stand der diesjährige sogenannte „Thüringentag der nationalen Jugend“ unter keinem guten Stern. Aber nicht, dass uns das Leid tun würde.

Ursprünglich in Ilmenau angemeldet, wurde im April die Anmeldung von den Organisatoren zurückgezogen. Anfang Mai gab es eine Neuanmeldung in Pößneck. Aber auch hier wurden die Veranstalter nicht glücklich. Schnell gab es innerhalb der Naziszene erste Querelen über die angekündigte Band Oidoxie, Redner und andere Gruppen sprangen ab. Fast dachte man das Braune Spektakel löse sich von selbst auf. Naja ganz so einfach ging es dann doch nicht.

Pfeifen gegen Rechts, Antifademo durch die Stadt.

Insgesamt beteiligten sich knapp 300 Menschen am Protest gegen das Nazifest am Rande der Stadt auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände.

Zu Konfrontationen zwischen Nazis und Gegnern kam es gestern wohl nicht. Einzig und alleine die Polizei sorgte kurzzeitig für eine Konfrontation mit den Teilnehmern der Antifademo. Fadenscheinige Gründe wie das Tragen eines Good Night White Pride T-Shirts und die damit angeblich verbundene Verherrlichung von Gewalt oder das zu hoch halten des Fronttranspis der Antifademo ließ einige Ordnungshüter zu altbekannter Hochform auflaufen. Es gab mehrere Anzeigen gegen Teilnehmer der Demo.

Auf Wurfweite eines guten Steineschmeissers entfernt, in Pößnecks Innenstadt, traf man noch einige Nazis die in Ruhe ihren Döner genossen. Auf Nachfrage beim Betreiber des Imbisses ob das immer so wäre, kam die kurze knappe Antwort: „Wenn ich die nicht dulde schlagen sie alles kurz und klein“.

Es bleibt viel zu tun – packen wir es an. Nationalismus und Rassismus bekämpfen, immer und überall.