Stuttgart: Gewaltmonopol des Staates

Wir dokumentieren aus aktuellem Anlass einen Indymedia-Artikel zu dem brutalen Polizeieinsatz in Stuttgart am heutigen Tag. Seit einigen Wochen protestieren in Stuttgart regelmäßig tausende Menschen gegen einen Bahnhofneubau. Was genau zur Eskalation geführt hat ist uns nicht bekannt, aber ein so massiver Polizeieinsatz ist unter keinen Umständen gerechtfertigt.

Wie schon in der Vergangenheit kam es auch heute zu „Wir sind das Volk“ Sprechchören – dies lehnen wir ab.

Stuttgart 21 Wasserwerfer gegen den Protest

Die Polizei hat einen harten Tränengas und Wasserwerfereinsatz gegen die Stuttgart 21 Gegner gefahren. Mit einem Großaufgebot ist die Polizei seit Vormittag dabei, einen Teil des Schlossgartens abzusperren. Augenzeugenberichten zufolge geht die Polizei mit Wasserwerfern und Reizgas gegen Demonstranten vor. Erste Bäume sollen noch in dieser Nacht gefällt werden.

Zur Unterstützung der Polizei wurde Hilfe bei der Bundespolizei und in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen angefordert. Im Moment ist die Situation unübersichtlich, überall gerötete Gesichter, Leute die um Atem ringen und Schüler mit verquollenen Augen. Auch Schüler_innen sollen verletzt worden sein, ein 16-jähriger Schüler berichtete TAGBLATT-online weinend, dass ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden sei.

Mit einem großen Aufgebot riegelte die Polizei am Donnerstagvormittag die Baustelle im Stuttgarter Schlossgarten ab. Dort soll die Grundwasseraufbereitungsanlage für Stuttgart 21 entstehen. Die Polizei hatte sich auf eine länger andauernde Verteidigung des Baugeländes eingerichtet. Einige der Demonstrant_innen sperrten mit kleineren Sitzblockaden die Wege, andere kletterten auf Baulaster und besetzten sie. Die Polizei räumte die Fahrzeuge recht rasch wieder. Auf Lautsprecherdurchsagen der Beamten reagierten die Demonstranten mit ohrenbetäubendem Protest. Andere riefen „Wir sind das Volk“ und pfiffen wütend.

Die anfangs recht weitläufige Demonstration wurde immer mehr zusammengezogen. Teilnehmer_innen berichten, dass sie kaum vom Fleck kommen. Den Wasserwerfern und dem Tränengas kann man an manchen Orten nicht entgehen. Teilweise sollen Plastikplanen angehoben worden sein und Tränengas darunter gesprüht worden sein. Ein Sanitätsbereich für die Verletzten soll hinter einem Biergarten eingerichtet worden sein.

Wegen des für die Einsatzkräfte benötigten Platzes und zur Sicherung bleibt die Straße am Schlossgarten bis auf weiteres gesperrt. Auch der Landtag ist seit dem Mittag abgesperrt. Bei der Schülerdemo sollen Beamte mit erhobenen Schlagstöcken auf zehnjährige Schüler zugestürmt sein, berichteten Augenzeugen von der Schülerdemo.

Quelle: Indymedia, 30.09.10

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1 Antwort auf “Stuttgart: Gewaltmonopol des Staates”


  1. 1 rolf 01. Oktober 2010 um 21:25 Uhr

    Wie schon in der Vergangenheit kam es auch heute zu „Wir sind das Volk“ Sprechchören – dies lehnen wir ab.

    Was soll denn der Müll?

    Anmerkung: Wir glauben nicht, dass es hier darum geht ein Volk zu sein. Es geht um mehr. Um eine Selbstbestimmung was wir uns zumuten müssen und was nicht.

    Wir sind die Geknechteten, die Verarschten und die die sich verarschen lassen. Sind wir deswegen ein Volk? Unsere Solidarität gilt allen Menschen auch denen in Stuttgart!

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