Reichenbach: Artikel aus der Freien Presse

Wir dokumentieren einen Artikel aus der Freien Presse Lokalausgabe Reichenbach vom 09.10.10, hinweisen möchten wir auf den letzten Absatz. Der Problemlösungsansatz ist sehr interessant.

Reichenbach. Die Bierzelt-Schlägerei am Tag der Deutschen Einheit in Reichenbach bleibt offenbar ohne juristisches Nachspiel. „Es gibt keine sichtbar Geschädigten“, erklärt Polizeisprecher Oliver Wurdak. Keiner der Beteiligten hat Anzeige erstattet, folglich gibt es keinen Anlass für Ermittlungen. Ein Aufruf der Polizei, mögliche Opfer und Verletzte sollten sich melden und Strafanzeige erstatten, blieb nach Polizeiangaben bislang ohne Reaktion.
Unterdessen ist in Reichenbach Kritik an den Ordnungskräften laut geworden, die dem Treiben zu lange tatenlos zugesehen hätten. Die in der Nacht zum Sonntag kurz vor
2 Uhr ausgebrochene Prügelei zog sich über einen längeren Zeitraum hin und flammte mehrfach wieder auf. Ein Türke, so berichten Zeugen, sei von zumeist bekannten Figuren aus der rechtsradikalen Szene zuerst beschimpft und dann verprügelt und verletzt worden. Er soll dank der Hilfe eines Security-Mitarbeiters aus dem Festzelt geschlüpft sein. Neben den Jungnazis habe bei der Prügelei insbesondere eine Gruppe von jungen Russlanddeutschen kräftig hingelangt.
Was genau sich in der bierseligen Festzelt-Atmosphäre auf dem Markt ereignet hat, dazu gehen die Aussagen auseinander. Die Stadt Reichenbach als Veranstalter war durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor Ort und hatte auch einen Sicherheitsdienst engagiert. Ob die Zahl der Security-Leute angemessen war, um in einem größeren Konflikt bestehen zu können, das sei im Vorfeld immer schwer zu beurteilen, erklärt Raphael Kürzinger, Referent des Oberbürgermeisters. Kürzinger, der selbst zum Zeitpunkt der Prügelei vor Ort war, jedoch das Festzelt lieber nicht betreten wollte, erklärt: „Jeder Security-Mitarbeiter kostet Geld.“ Da auch bei der Polizei Personal abgebaut wird, sei dann mitunter das Vorgehen bei derartigen Vorfällen schwierig. Jedoch habe die zu Hilfe gerufene Polizei eingegriffen und Platzverweise ausgesprochen.
Die Stadt Reichenbach zieht aus den Vorfällen eine Lehre: „In den nächsten Jahren ist Mitternacht Schluss“, so Kürzinger. Dann bleibe den üblichen Problem-Gästen weniger Zeit sich zu betrinken.


1 Antwort auf “Reichenbach: Artikel aus der Freien Presse”


  1. 1 Schiffsmädchenjunge 10. Oktober 2010 um 12:16 Uhr

    Toller Lösungsvorschlag, der nicht nur in Rc einige Probleme lösen kann. Vielleicht wäre folgendes ein Diskussionsthema für die nächste Stadtratssitzung: „Ein Zeitreisender, der in der Vergangenheit seinen Großvater umbringt, würde nicht geboren werden, und könnte daher nie seinen Großvater umgebracht haben.“ Oder ist das schon zu viel intellektueller Tiefgang?

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