Archiv für Oktober 2010

Plauen: Rechtsrock Konzert geplant

Am 09.10.10 planten in Plauen Neonazis ein Konzert mit drei Bands, unteranderen aus Oberfranken. Der Anmelder soll ein bekannter Neonazi aus dem Vogtland sein. Das Konzert sollte in einer Industriehalle in der Nähe des Unteren Bahnhofes stattfinden, in der bereits 2008 die NPD ihren Einzug in den vogtländischen Kreistag feierte.

Gestern Vormittag gab es einen offiziellen Begehungstermin des Veranstaltungsgeländes mit den Ordnungsbehörden. Doch Augenzeugen berichteten, dass sich gegen 20.00 Uhr eine Fahrzeugkolonne zügig vom ursprünglichen Veranstaltungsort wegbewegte. Warum das Konzert gestern Abend nun aber nicht in Plauen stattfand, bleibt nebulös.

Auch im nahen Zobes ging es gestern Abend recht ruhig zu. Ein vergleichbarer Trubel wie vor drei Wochen, als es im örtlichen Gasthof eine NPD Veranstaltung gab, war nicht auszumachen.

Ob es sich bei der Anmeldung in Plauen nur um einen Bluff handelte, um anderswo in Ruhe zu feiern ist bisher nicht geklärt.

Reichenbach: Artikel aus der Freien Presse

Wir dokumentieren einen Artikel aus der Freien Presse Lokalausgabe Reichenbach vom 09.10.10, hinweisen möchten wir auf den letzten Absatz. Der Problemlösungsansatz ist sehr interessant.

Reichenbach. Die Bierzelt-Schlägerei am Tag der Deutschen Einheit in Reichenbach bleibt offenbar ohne juristisches Nachspiel. „Es gibt keine sichtbar Geschädigten“, erklärt Polizeisprecher Oliver Wurdak. Keiner der Beteiligten hat Anzeige erstattet, folglich gibt es keinen Anlass für Ermittlungen. Ein Aufruf der Polizei, mögliche Opfer und Verletzte sollten sich melden und Strafanzeige erstatten, blieb nach Polizeiangaben bislang ohne Reaktion.
Unterdessen ist in Reichenbach Kritik an den Ordnungskräften laut geworden, die dem Treiben zu lange tatenlos zugesehen hätten. Die in der Nacht zum Sonntag kurz vor
2 Uhr ausgebrochene Prügelei zog sich über einen längeren Zeitraum hin und flammte mehrfach wieder auf. Ein Türke, so berichten Zeugen, sei von zumeist bekannten Figuren aus der rechtsradikalen Szene zuerst beschimpft und dann verprügelt und verletzt worden. Er soll dank der Hilfe eines Security-Mitarbeiters aus dem Festzelt geschlüpft sein. Neben den Jungnazis habe bei der Prügelei insbesondere eine Gruppe von jungen Russlanddeutschen kräftig hingelangt.
Was genau sich in der bierseligen Festzelt-Atmosphäre auf dem Markt ereignet hat, dazu gehen die Aussagen auseinander. Die Stadt Reichenbach als Veranstalter war durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor Ort und hatte auch einen Sicherheitsdienst engagiert. Ob die Zahl der Security-Leute angemessen war, um in einem größeren Konflikt bestehen zu können, das sei im Vorfeld immer schwer zu beurteilen, erklärt Raphael Kürzinger, Referent des Oberbürgermeisters. Kürzinger, der selbst zum Zeitpunkt der Prügelei vor Ort war, jedoch das Festzelt lieber nicht betreten wollte, erklärt: „Jeder Security-Mitarbeiter kostet Geld.“ Da auch bei der Polizei Personal abgebaut wird, sei dann mitunter das Vorgehen bei derartigen Vorfällen schwierig. Jedoch habe die zu Hilfe gerufene Polizei eingegriffen und Platzverweise ausgesprochen.
Die Stadt Reichenbach zieht aus den Vorfällen eine Lehre: „In den nächsten Jahren ist Mitternacht Schluss“, so Kürzinger. Dann bleibe den üblichen Problem-Gästen weniger Zeit sich zu betrinken.

Reichenbach: Weitere Infos zur Massenschlägerei

Wie bereits am Montag berichtet, ereignete sich letzten Samstag (02.10.10) in Reichenbach i.V. eine Massenschlägerei. Bisher gab es keine Informationen ob es sich nur um eine Schlägerei zwischen Neonazis gehandelt hat.

Mittlerweile gibt es Aussagen von Augenzeugen, die einen rassistischen Hintergrund als Auslöser des Übergriffes vermuten lassen.

Laut Augenzeugen sollen sich am Samstagabend neben als Neonazis erkennbare Personen auch Menschen mit Migrationshintergrund unter den Gästen im Bierzelt befunden haben.

Einem der Migranten warfen Neonazis vor, ein „Kinderschänder“ zu sein.

Diesen fadenscheinigen Grund nutzen mehrere Neonazis um den angeblichen „Kinderschänder“ körperlich anzugreifen. Er soll regelrecht durch das Zelt geprügelt worden sein. Nur mit Mühe und Not gelang es dem beauftragten Sicherheitsdienst den Betroffenen vor weiteren Angriffen in Sicherheit zu bringen.
Augenzeugen berichten weiter, dass die Situation mittlerweile gänzlich außer Kontrolle geraten war. Es kam zu weiteren Angriffen auf andere Gäste. Die herbeigerufene Polizei schien mit der Lage völlig überfordert. Aus welchen Gründen keine Verstärkung angefordert wurde und die Situation dem anwesenden Sicherheitsdienst überlassen wurde, bleibt Spekulation.

Laut Augenzeugen wurden, nachdem die Situation von der Security beruhigt werden konnte, zwei Neonazis vorübergehend festgenommen.

Inwiefern derweil Anzeigen gegen Neonazis erstattet wurden ist aktuell nicht bekannt.