Warum man tut, was man tun muss

Seit einigen Jahren setzen wir uns intensiver mit der neonazistischen Szene im Vogtland auseinander. Früher hat uns das nicht interessiert. Wie viele andere waren wir zwar schockiert, wenn mal wieder was über Neonazis in der Zeitung stand. Fähig zu handeln waren wir jedoch nicht.
Im Laufe der letzten Jahre verstanden wir, dass es nicht reicht nur kein Nazi zu sein. Nichts dagegen zu tun und still zu akzeptieren, dass sich die Geschichte zu wiederholen droht, das wollen wir nicht hinnehmen.

Seit den 90ziger Jahren gibt es bei uns im Vogtland eine stetig wachsende Anzahl von Angriffen auf Andersdenkende, Migranten und politische Gegner durch Neonazis. Immer wieder gab es Schlagzeilen über Brandanschläge auf Asylbewerberheime, Gewalttaten gegen Punks und Andere, die im neonazistischen Weltbild keinen Platz haben. Auch strukturell hat sich die Rechte Szene in den letzten 20 Jahren bei uns in der Provinz weiterentwickelt. Aus den anfänglichen „Skinhead Cliquen“ entstanden gefestigte und ideologisch überzeugte „Braune Kameradschaften“ mit guten Verbindungen zur NPD.

Öffentliche Diskussionen über rechte Gewalt und nationalistische Tendenzen in der Gesellschaft ebben schnell ab, wenn sich das Problem vermeintlich auflöst. Neonazistisches Gedankengut ist keine Randerscheinung mehr. Nationalismus und Rassismus sind gesellschaftliche Probleme, doch darüber machen sich die wenigsten Gedanken.

Uns geht es darum anderen Mut zu machen nicht immer nur Opfer zu sein, sondern auch Gegner. Aber auch um zu zeigen, dass es immer Menschen geben wird die sich nicht von antisemitischen, rassistischen und völkischen Ideen vereinnahmen lassen.

Beeinflusst wird unser Tun und Handeln durch die vielen anderen Antifaschisten, die zum Teil ihr Leben im Kampf gegen den Nationalsozialismus lassen mussten. Ihr Kampf gegen das unmenschliche nationalsozialistische Regime und ihre entschlossene Haltung gegen Imperialismus und Kapitalismus sind unser Ansporn.