Wunsiedel: Drei Stunden stehen – für eine Stunde marschieren

„Nationaler Sozialismus – Jetzt, jetzt, jetzt“ hallte es durch die Innenstadt von Wunsiedel, in die heute 250 Neonazis aus Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt am frühen Nachmittag kamen.

„Fremdarbeiterinvasion stoppen“ – das Motto der Demo, wenn auch nicht offiziell wollten NPD und Freies Netz Süd so gegen die Auflösung des Grabes von Rudolf Heß vor wenigen Tagen protestieren. In den Auflagen der Stadt Wunsiedel wurde darauf hingewiesen, dass jeglicher Bezug zum ehemaligen Bruchpiloten und Hitlerstellvertreter zu vermeiden sei. Kein Problem für die Neonazis Themen gibt es ja genug.

„Nie wieder Israel, Ruhm und Ehre für das deutsche Volk“. Ob mit oder ohne Heß-Grab in Wunsiedel ihre Parolen bleiben die Gleichen – antisemitisch und menschenfeindlich. Ob sich der still gehegte Wunsch, dass wenn das Grab verschwunden ist auch die Neonazis fern bleiben, erfüllt, wer weiß.

Für eine so kurzfristige Anmeldung, nach Auflösung des Grabes am 20. Juli, muss man den Neonazis doch einen Mobilisierungserfolg attestieren. Vertreten war das gesamte braune Spektrum, wobei der Altersdurchschnitt sicherlich bei unter 30 Jahren lag. Auch die neonazistische RNJ Vogtland war mit demselben Transparent wie letzten Sonntag in Rodewisch vertreten.

Bild Eins: Treffpunkt der Neonazis am Busbahnhof Wunsiedel

Bild Zwei: Blick auf die Neonazidemo