Gera: Auf zum Ratschlag 2011

In drei Wochen am 04. und 05.11. findet in Gera zum 21. Mal der antirassistische und antifaschistische Ratschlag Thüringens statt. „Wir haben genug – genug zu tun!“, unter diesem Titel kehrt der Ratschlag nach 10 Jahren in die ostthüringer Provinz zurück. Bereits im Jahr 2001 fand ein Ratschlag in Gera statt.

Eine erste Veranstaltung des Ratschlags wird es dieses Jahr bereits am 03.11. geben. Im Rahmen der Bildungsreihe am Donnerstag (bad) wird die Dokumentation „Das Hoyerswerda Syndrom“ gezeigt. Seit etwa einem Jahr bietet das bad-Projekt Gera regelmäßig Vorträge zu unterschiedlichen Themen.

Am 04.11. wird es einen Mahngang geben, beginnen wird dieser 17.00 Uhr am Sachsenplatz. Der eigentliche Ratschlag findet am 05.11. im Geraer Zabel – Gymnasium statt. Workshops und Vorträge zu unterschiedlichen Themen, wie die Unterstützung von Flüchtlingen bei Behördengängen oder der Vorstellung des Konzeptes der medizinischen Selbsthilfe bei Demos bis hin zu einem Vortrag über Nazihardcore in Thüringen, gibt es hier ab 9.00 Uhr. Vollständig lässt sich das Programm auf der Homepage des Ratschlags nachlesen. Seinen Abschluss findet der diesjährige Ratschlag mit einem Hip Hop Konzert im Sächsischen Bahnhof.

Grund genug, einmal bei einem der Mitorganisatoren des 11. Ratschlags der 2001 in Gera stattfand an die Tür zu klopfen und ein paar Fragen zu stellen.

Finden Sie es wichtig, dass der Ratschlag nach 10 Jahren wieder nach Gera kommt?

Ja, ich finde es wichtig, dass der Ratschlag wieder in Gera ist.

Was hat Sie als einen der Mitorganisatoren des Ratschlags 2001 veranlasst, den Ratschlag damals nach Gera zu holen?

Es wäre zu viel der „Ehre“ zu sagen ich hätte den Ratschlag nach Gera geholt. Gute Gründe ihn nach Gera zu holen gibt es allerdings allemal. Gera ist nach wie vor im Fokus von Rechtsradikalismus, von Ausländerfeindlichkeit, von rassistisch geprägter Gewalt und von antisemitischer Haltung. Deutlich wird dies u.a. durch die vielen Angriffe von Rechtsextremisten auf das bürgergesellschaftliche Engagement.

Haben sich Dinge in den 10 Jahren zum Positiven hin verändert?

Natürlich haben sich in den 10 Jahren einige Dinge zum Guten entwickelt, dazu gehört sicher der bessere Zusammenhalt der Zivilgesellschaft, dazu gehört auch, dass mehr für politische Bildung investiert wird und dazu gehört, dass die öffentliche Verwaltung (Stadt) mehr Engagement zeigt als früher.

Welche Hoffnungen setzten Sie in den diesjährigen Ratschlag?

Ich hoffe sehr, dass sich die vorab genannten positiven Entwicklungen fortführen lassen und dass wir im Jahr 2012 es erstmals schaffen, den seit 10 Jahren bestehenden jährlichen Aufmarsch der Nazis in Gera (Rock f. Deutschland.) zu verhindern – noch besser ihn endgültig zu verbannen, noch besser ihn auch in anderen Städten zu verhindern suchen!!

Glauben Sie, dass der Ratschlag für Gera eine nachhaltigere Vernetzung von Engagierten bedeuten könnte?

Nachhaltigkeit und Vernetzung sind Begriffe, die in der Gefahr sind, zu Sprechblasen zu verkommen. Der Ratschlag hat dennoch eine gute Chance, bei sach- u. themenbezogener Arbeit in den Workshops die Konzentration und Wirksamkeit von theoretischer und praktischer Arbeit zu fördern.

Danke für das Gespräch.


1 Antwort auf “Gera: Auf zum Ratschlag 2011”


  1. 1 Bambie 30. Oktober 2011 um 11:34 Uhr

    o.0 Ihr seit ja lustig ^^, immer schön in der Systemkiste mitrühren. Habt ihr keine anderen Probleme?

    Anmerkung: Etwas knapp die Kritik.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.